Gesundheitsministerkonferenz : Kinder im Auto: Heiner Garg fordert generelles Rauchverbot

Rauchen

Passivrauchen kann bei Kindern zu akuten und chronischen Atemwegserkrankungen führen.

Nach dem Willen der Landtags-SPD soll bei Anwesenheit von Kindern bald Schluss sein mit Zigarettenqualm im Auto.

shz.de von
31. Mai 2018, 15:59 Uhr

Kiel | Schleswig-Holsteins SPD-Landtagsfraktion fordert ein generelles Rauchverbot in Autos, wenn Kinder mitfahren. „Es kann nicht angehen, dass in Gaststätten ein Rauchverbot gilt, das Qualmen in viel kleineren Räumen wie dem Auto, wenn Kinder mitfahren, aber weiterhin gestattet bleibt, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Tobias von Pein. Pein erhielt für seinen Vorstoß Unterstützung aus den Koalitionsfraktionen und von der Landesregierung.

„Rauchen im Auto mit Kindern ist ein Irrsinn. Wer das nicht begreift, für den könnte ein Verbot der richtige Weg sein“, sagte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP). Das Thema stehe bereits auf der Tagesordnung der kommenden Gesundheitsministerkonferenz Ende Juni, „wo ich mögliche weitergehende Maßnahmen mit anderen Ländern im Kamingespräch erörtern werde“. Klar sei, dass „der Gesundheitsschutz von Kindern Vorrang haben muss“.

Passivrauchen kann zu chronischen Atemwegserkrankungen führen

Die SPD fordert die Landesregierung aus CDU, Grünen und FDP auf, sich auf Bundesebene für ein solches Verbot einzusetzen. Zur Begründung heißt es, Konsequenzen des Passivrauchens von Kindern könnten akute und chronische Atemwegserkrankungen, die Verschlimmerung einer bereits vorhandenen Asthma-Erkrankung oder eine Erhöhung des Blutdrucks sein.

„Passivrauchen ist eine Gefahr für unsere Kinder“, sagte Pein. Kinder würden durch Zigarettenrauch im Auto besonders stark geschädigt, weil sich Ihre Lungen erst noch ausbilden müssen. Der 32-Jährige ist selbst Vater eines zehn Monate alten Kindes.

Der FDP-Gesundheitspolitiker Dennys Bornhöft signalisierte Unterstützung. „Wer im Auto im Beisein seiner Kinder raucht, der setzt sie vorsätzlich Gesundheitsgefahren aus, denen sie sich kaum entziehen können.“ Bei Kindern bestehe eine besondere Verantwortung der Eltern. „Wenn sie diese nicht wahrnehmen und das Kindeswohl gefährden, darf der Staat nicht weggucken.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen