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„Equal Pay Day“ : Kieler Landtag debattiert über Männer, Frauen und Gehalt

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Unter dem Slogan „Mit offenen Karten spielen“ berät das Parlament über Wege, die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen zu verringern. Ist der Ausbau der Ganztagsbetreuung für Kinder die Lösung?

shz.de von
erstellt am 17.Mär.2015 | 17:22 Uhr

Kiel | Rein rechnerisch müssen Frauen in Deutschland bis zum 20. März des Folgejahres arbeiten, um auf das durchschnittliche Gehalt eines Mannes zu kommen. Zwei Tage vor diesem „Equal Pay Day“ debattiert der Schleswig-Holsteinische Landtag am Mittwoch über die immer noch klaffende Lohnlücke zwischen den Geschlechtern. Darüber, wie man dem Problem am besten begegnet, gehen die Meinungen zwischen den einzelnen Lagern aber teils weit auseinander.

Die Koalitionsfraktionen von SPD, Grünen und SSW fordern von der Landesregierung, mit den Tarifpartnern Initiativen zur Förderung der Lohngleichheit auf den Weg zu bringen. „Es gibt keinen Grund, Männer und Frauen nicht gleich zu bezahlen“, sagte SPD-Fraktionschef Ralf Stegner am Dienstag im Vorfeld der Landtagsberatungen. Die SPD wolle das Problem zeitnah gemeinsam mit den Gewerkschaften angehen.

Die stellvertretende CDU-Fraktionschefin Katja Rathje-Hoffmann betonte, Teilzeitstellen dürften für Frauen nicht zur Dauerlösung werden. „Wir brauchen mehr Ganztagsplätze an Schulen und Kitas, damit die Frauen die Möglichkeit haben, länger zu arbeiten und nicht in diese Teilzeitfalle hineintappen.“ Eine geschlechtergerechtere Berufsberatung sei nötig, weil die Berufs- und Studienplatzwahl von jungen Frauen und Männern immer noch zu stark von traditionellen Rollenbildern geprägt sei.

CDU-Fraktionschef Daniel Günther kritisierte, die Koalition verstricke sich in Widersprüche. Während nach dem Willen der Regierung alle neuen Lehrer an den weiterführenden Schulen künftig die Besoldungsklasse A13 erhalten sollen, bleiben Grundschullehrer bei A12. Ausgerechnet der Bereich, in dem der Anteil der Frauen am höchsten sei, werde davon ausgenommen, sagte Günther.

Stegner wies die Kritik zurück. Grund- und Gemeinschaftsschullehrer hätten nicht gleiche Arbeit. „Sie tun unterschiedliche Dinge.“ Die FDP will das Problem über einen massiven Ausbau der Betreuungsmöglichkeiten lindern. Dies gelte sowohl für die Kinder über als auch unter drei Jahren, sagte der Parlamentarischer Geschäftsführer der Liberalen, Heiner Garg. Die Politik müsse sich fragen, ob die Familienpolitik noch auf der Höhe der Zeit sei. Die vom Bund in das Betreuungsgeld investierten Milliarden hätten besser in der Ausbau der Angebote fließen sollen. „Denn das Betreuungsgeld ist kontraproduktiv.“

Außerdem will das Parlament den Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung für weitere sechs Jahre in seinem Amt bestätigen. Die Wiederwahl des bereits seit 20 Jahren in diesem Bereich wirkenden Ulrich Hase gilt als sicher.

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