zur Navigation springen

Modernisierung der Deutschen Forschungsflotte : Kiel wird Heimathafen von neuem Forschungsschiff

vom

Vier weitere Forschungsschiffe sollen in den kommenden Jahren ersetzt werden. shz.de stellt die Flotte vor.

shz.de von
erstellt am 06.Okt.2015 | 13:44 Uhr

Kiel | Der Nachfolgebau für die beiden Forschungsschiffe „Poseidon“ aus Kiel und „Meteor“ aus Hamburg wird am Kieler Ozeanforschungszentrum Geomar stationiert. Das hat Bundesforschungsministerin Johanna Wanka jetzt beschlossen. „Heimathafen des neuen Forschungsschiffes wird Kiel sein“, teilte die CDU-Politikerin heute mit. Noch nicht entschieden sei allerdings, wer die Einsatzplanung und Fahrtkoordinierung des neuen Schiffs übernehme. Auch stehe dessen Name noch nicht fest, erklärte Wanka.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) begrüßte die Entscheidung zugunsten des Heimathafens Kiel: „Dies ist ein deutliches Bekenntnis des Bundes zum Meeresforschungs-Standort Schleswig-Holstein und untermauert die weltweit führende Stellung des Geomar in seiner Disziplin“.

Noch vor einer Woche hatte Wankas Sprecher gesagt, es sei offen, ob der geplante Neubau nach Kiel komme oder ans Institut für Meereskunde der Universität Hamburg. Das Geomar betreibt bisher die 40 Jahre alte „Poseidon“, die Hamburger Uni die 30 Jahre alte „Meteor“. Auch sie hatte den Anspruch angemeldet, Betreiber des neuen Schiffs zu werden und als Heimathafen Hamburg gefordert.

Dass es für die beiden in die Jahre gekommenen Forschungsschiffe nur einen gemeinsamen Nachfolgebau geben wird, begründet Wanka mit dem deutlich erweiterten Einsatzspektrum moderner Forschungsschiffe. „Es kommt nicht auf die Zahl der Forschungsschiffe an, sondern auf deren Leistungsfähigkeit“, hatte sie dem sh:z gesagt. Die durch den Wegfall eines der beiden Schiffe gesparten Betriebskosten würden wieder der Meeresforschung zugute kommen. Der Neubau soll etwa die Größe der fast hundert Meter langen „Meteor“ haben und 2020 fertig sein.

Im vergangenen Jahr wurde das neue Forschungsschiff „Sonne“ in Dienst gestellt. Wanka sagte bei der Indienststellung des High-Tech-Schiffes im November, die Bundesregierung werde in den kommenden Jahren Milliarden investieren und vier weitere Forschungsschiffe erneuern.

Die deutsche Forschungsflotte:

„Polarstern“

Die „Polarstern“ ist ein 118 Meter langes, 10,5 Knoten schnelles Forschungsschiff, das 75 Tage auf See verbringen kann. Das Schiff wurde eigens für die Polarforschung konzipiert und ist im Nord- und Südpolarmeer zuhause. 50 Wissenschaftler finden auf ihr Platz. Heimathafen des Schiffes ist Bremerhaven.

„Meteor“

Die „Meteor“ ist als interdisziplinäre Forschungsplattform für Wissenschaftler im Atlantik, Ost-Pazifik, West-Indik, Mittelmeer oder der Ostsee unterwegs. Das 98 Meter lange Schiff erreicht 11,5 Knoten und kann 50 Tage ununterbrochen auf See sein. 28 Forscher finden hier Platz und arbeiten in den Bereichen der maritimen Meteorologie, der physikalischen Ozeanografie, Meereschemie oder Bakteriologie. Heimathafen ist Hamburg.

Das Forschungsschiff "Meteor" lief vor 26 Jahren in Travemünde vom Stapel und durchquert seither die Weltmeere. Foto: NNN
„Sonne“

Die „Sonne“ wurde am 17. November 2014 als erstes neues Schiff der Flotte in Dienst gestellt. Sie wird vorwiegend im Pazifik und Indik zum Einsatz kommen. 40 Personen können auf dem 116 Meter langen Schiff im Hinblick auf Klimawandel, Ökosysteme und Nutzung von Meeresressourcen forschen. Das Schiff kann 52 Tage auf See verbleiben und erreicht eine Reisegeschwindigkeit von 12,5 Knoten. Heimathafen ist Wilhelmshaven.

„Maria S. Merian“

Die 95 Meter lange „Maria S. Merian“ zeichnet sich durch ihre Eisrandfähigkeit aus. Seit dem 9. Februar 2006, ihrer Indienststellung, ermöglicht sie bis zu 22 Forschern die Reise im Nordatlantik und dem Polarmeer. Der Name stammt von Maria Sibylla Merian, der Begründerin der deutschen Entomologie. Das Schiff liegt in Rostock.

Die Maria S. Merian.

Die Maria S. Merian.

Foto:Imago/Jens Köhler
„Poseidon“

Im Mittelmeer und Nordatlantik kommt die 61 Meter lange „Poseidon“ zum Einsatz. Das Forschungsschiff mit Platz für elf Wissenschaftler schafft neun Knoten und kann 21 Tage auf See bleiben. Es dient der Forschung im Bereich der Ozeanografie, Meeresbiologie und Geologie. Eigner ist das Land Schleswig-Holstein. Heimathafen der „Poseidon“ ist Kiel.

Bis Ende November zu Gast im Kreishafen: Das Forschungsschiff „Poseidon“ des Kieler Instituts für Meereswissenschaften wird für rund drei Millionen Euro modernisiert. Foto: Schönstedt
„Alkor“ und „Heincke“

Die 55 Meter lange „Alkor“ und ihr Schwesterschiff „Heincke“ (55 Meter) kommen in der Nord- und Ostsee zum Einsatz. Das Schiff bietet zwölf Personen Platz und gehört dem Land Schleswig-Holstein. Es liegt im Heimathafen in Kiel. Die „Heincke“ ist auf Helgoland stationiert.

Das Forschungsschiff "Alkor"bei der Arbeit.
„Elisabeth Mann Borgese“

Das Schiff wird durch das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) betrieben. Das IOW führt die Begutachtung von Fahrtvorschlägen durch. Das Schiff ist 56,6 Meter lang und elf Knoten schnell. Es kommt in der Ostsee zum Einsatz und liegt im Rostocker Hafen. Das Schiff wurde nach der Meeresschützerin Elisabeth Mann Borgese benannt.

Die „Elisabeth Mann Borgese“ im Heimathafen Rostock.

Die „Elisabeth Mann Borgese“ im Heimathafen Rostock.

Foto:Mison/Wikimedia Commons
 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen