Kommunalwahl in SH 2018 : Kiel, Lübeck, Flensburg, Neumünster: Die Ergebnisse in den kreisfreien Städten

Hier lesen Sie die aktuellen Ergebnisse aus den kreisfreien Städten und den Vergleich zur Kommunalwahl 2013.

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07. Mai 2018, 07:19 Uhr

Von den in ganz Schleswig-Holstein knapp 2,4 Millionen Wahlberechtigten geben 515.810 ihre Stimme in den vier kreisfreien Städten Flensburg, Kiel, Lübeck und Neumünster ab.

Stadt Kiel

Wahlberechtigte: 196.304

Wahlbeteiligung: 45,5 Prozent

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Trotz erheblicher Verluste bleibt die SPD nach Auszählung aller Wahlkreise mit 29,9 Prozent stärkste Partei in der Landeshauptstadt (2013 waren es noch 35,7 Prozent). Der Grund: Die CDU verlor bei der Kommunalwahl in noch stärkerem Maße, sie sackte von 29,7 auf 23,5 Prozent ab. Die Grünen dagegen konnten ihren Anteil von 17,6 auf 20,5 Prozent steigern und damit ihre Position als Nummer drei in der Kieler Parteienlandschaft festigen.

Jessica Kourdoni, Spitzenkandidatin der Grünen, konnte es sich am Sonntagabend leisten, dem SPD-Werben zu widerstehen: „Die Koalitionsfrage bleibt offen.“ Zuvor hatte SPD-Fraktionschef Hans-Friedrich Traulsen die Grünen als Wunschpartner für ein künftiges Bündnis bezeichnet. Ein wichtiges Hindernis, an dem vor 16 Monaten die gemeinsame Kooperation mit dem SSW zerbrochen war, ist nämlich entfallen. Beim Bürgerentscheid lehnten weit über zwei Drittel der Kieler Wähler die Forderung ab, den Flughafen in Holtenau zu schließen und auf dem Areal sozialen Wohnungsbau zu errichten.

Der SSW als Vertretung der dänischen Minderheit sackte gestern Abend von 3,4 auf 2,8 Prozent ab. Die FDP (6,5 Prozent) konnte dagegen stark zulegen, die Linke ihren Stimmenanteil (7,2 Prozent) sogar mehr als verdoppeln. Mit der Spaß-Partei namens „Die Partei“ zieht eine neue Fraktion in der Ratsversammlung ein. Sie kam aus dem Stand auf 1,1 Prozent. Noch besser machte es die AfD mit 5,9 Prozent. Auch wenn die genaue Sitzverteilung noch nicht feststeht: Die Ratsversammlung wird bunter und kleinteiliger. Bislang gab es sechs Fraktionen, künftig werden es mindestens acht sein.

Ergebnisse in Lübeck

Wahlberechtigte: 175.725

Wahlbeteiligung: 34,3 Prozent

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Wenn es um das Wahlrecht geht, will in Lübeck der Funke nicht zünden. Oder war es mit Bundestag, Bürgermeister und Landtag zu viel Wahl im vergangenen Jahr? Jedenfalls war die Mitbestimmung über die Zusammensetzung der neuen Bürgerschaft gestern nur 34,3 Prozent der 175.725 Wahlberechtigten den Gang ins Wahllokal wert. Damit ist die Beteiligung noch magerer als vor fünf Jahren (37,1 Prozent). Auch das von einer Minderheit bestimmte Ergebnis deutet auf schwierige Zeiten. Elf der zwölf Parteien, die zur Wahl standen, werden in die kommende Bürgerschaft einziehen – drei mehr, als in der letzten Bürgerschaft der Weimarer Republik. Einzig die DKP hat es nicht geschafft. Bislang teilen sich in der Lübecker Bürgerschaft sieben Fraktionen 49 Sitze.

Die Sozialdemokraten liegen nach wie vor vorn in der Wählergunst – wenn auch denkbar knapp. Mit 27,6 Prozentpunkten haben sie die Nase keine drei Prozentpunkte vor den Christdemokraten (24,7). Raufen sich diese beiden „Großen“ – die gegenüber dem Ergebnis von vor fünf Jahren auch beide kräftig Federn gelassen haben – zusammen, könnten sie mit 26 Sitzen eine knappe Mehrheit in der Bürgerschaft stellen. Eine andere Mehrheitskonstellation ergäbe sich mit insgesamt 28 von 49 Sitzen aus SPD, Grünen und den Unabhängigen. Einfach wird es für den neuen Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) kaum. Angesichts von CDU (12 Sitze) SPD (14 Sitze), Grünen (8), FDP (2), AfD (3), Die Linke (2), Freie Wähler (1 Sitz), Die Partei (1), BfL (1), Die Unabhängigen (4 Sitze) und GAL (1 Sitz) sprach er schon von einem „Gemischtwarenladen“. In dem werden künftig die reichlich vorhandenen Probleme der Stadt verhandelt.

Stadt Flensburg

Wahlberechtigte: 76.827

Wahlbeteiligung: 35,6 Prozent

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Die Flensburger Ratsversammlung wird noch bunter – und hat künftig vier nahezu gleichgroße Blöcke: Die CDU bleibt mit leichten Verlusten (19,4 Prozent/minus 2,7) stärkste Kraft und stellt mit Hannes Fuhrig künftig den Stadtpräsidenten. Völlig überraschend werden die Grünen, bei der letzten Kommunalwahl 2013 noch Nummer fünf im Rat, zweitstärkste Kraft (18,8 Prozent/plus 6,3). Damit rutscht die SPD mit 18,2 auf den dritten Platz ab. Unklar blieb, ob das bundespolitische Engagement ihrer SPD-Oberbürgermeisterin Simone Lange den Sozialdemokraten geschadet hat – oder ob der vergleichsweise moderate Rückgang um 2,5 Prozent von der Nahles-Herausforderin womöglich noch abgefedert wurde.

Verluste muss in Flensburg auch der SSW hinnehmen, die Partei der dänischen Minderheit und des im vergangenen Jahr abgetretenen OB Simon Faber. Sie landet bei 17,6 Prozent – ein Minus von 2,4 Prozent.

Die vor zehn Jahren furios als damals größte Fraktion in den Rat eingezogene Wählergemeinschaft Wir in Flensburg (WiF) erlebte einen dramatischen Absturz. Sie halbierte sich nahezu von 15 auf 8,6 Prozent. Damit ist die WiF nur noch größte von drei künftig kleinen Fraktionen in der 43 Sitze großen Flensburger Ratsversammlung. Es folgen fast gleichauf die FDP und die Linke, die sich beide deutlich verbesserten. Die FDP wuchs von 4,1 auf 7,7 Prozent, die Linke verbesserte sich von 3,7 auf 7,5 Prozent gar um mehr als das Doppelte. Die zweite Flensburger Freie Wählergemeinschaft „Flensburg Wählen“ blieb mit 2,2 Prozent noch hinter ihrem Ergebnis von 2013 (2,9 Prozent) zurück und stellt nur einen Einzelkandidaten.

Ergebnisse in Neumünster

Wahlberechtigte: 64.839

Wahlbeteiligung: 35,1 Prozent

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Verluste bei SPD und CDU, Gewinne bei den Grünen und auch Zuwächse am extrem rechten Rand – die Kommunalwahl in Neumünster folgte der Dramaturgie, die von der Bundes- und Landesebene in den vergangenen zwölf Monaten vorgeben worden war. Mit 15 Sitzen bildet die CDU nach wie vor die stärkste Fraktion. Die Wahlbeteiligung sank von 39,8 auf 35,1 Prozent.

Die Christdemokraten kamen auf 34,5 Prozent der abgegebenen Stimmen, verloren gegenüber 2013 2,5 Prozent und somit einen Sitz im Rat. Sogar 6,6 Prozent büßten die Sozialdemokraten ein, die nur noch 27,4 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigen konnten. Die SPD verliert damit zwei Sitze und wird nur noch mit zwölf Mandatsträgern vertreten sein. Zwei Sitze mehr konnten die Grünen erringen. Sie steigerten ihr Ergebnis gegenüber 2013 um 3,9 auf 16,4 Prozent und sind damit deutlich drittstärkste Kraft, denn alle weiteren Parteien werden mit nicht mehr als zwei Sitzen in der neuen Ratsversammlung vertreten sein.

Zu ihnen zählt auch die FDP. Sie steigerte sich leicht von 4,2 auf 5,9 Prozent, die Linke von 3,0 auf 4,3 Prozent. Die LKR trat erstmals an und erreichte zwei Prozent, die Piraten verpassten mit 0,5 Prozent den Einzug in den Rat.

Die NPD, die 2013 erstmals den Sprung in den Rat der Stadt Neumünster geschafft hatte, wird mit zwei Sitzen im Rat vertreten sein. Nach 1,6 Prozent vor fünf Jahren profitierte die rechtsextreme Partei nach Ansicht von Beobachtern vor allem davon, dass die AfD in Neumünster nicht antrat, und erreichte 3,9 Prozent.

Schleswig-Holstein gesamt

Wahlberechtigte: 2.375.378

Wahlbeteiligung: 47,1 Prozent

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