Glücksspiel-Staatsvertrag : Kiel führt Kundenkarte für Glücksspiel ein

Sportwetten im Internet: In Schleswig-Holstein sind jetzt drei weitere Anbieter zugelassen. Foto: dpa
Sportwetten im Internet: In Schleswig-Holstein sind jetzt drei weitere Anbieter zugelassen. Foto: dpa

Die Koalition will Geldwäsche vorbeugen und Teilnehmer an Glücksspielen identifizieren. Deshalb werden Kundenkarten für Wettbüros zur Pflicht.

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04. Dezember 2012, 07:24 Uhr

Kiel | "Wir unterbinden die Möglichkeiten für anonymes Spielen und beugen gleichzeitig Geldwäsche vor", sagt Innenminister Andreas Breitner (SPD). Das Innenministerium führt eine Kundenkarte für Sportwetten in Wettbüros und im Internet ein. Laut Breitner setze Schleswig-Holstein damit "beispielhafte Maßstäbe für die Sicherheit und Transparenz des Glücksspiels". Die Karte ist in den Wettbüros erhältlich und Pflicht für alle Spieler und Wettanbieter in Schleswig-Holstein. Doch noch nicht alle Wettbüros nehmen an der Reglung teil: In einigen werde derzeit laut Innenministerium noch die technische Umsetzung geprüft. Im Internet identifizieren sich die Spielteilnehmer über Nutzerkonten.
Als Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion begrüßt Heiner Garg die Worte Breitners: "Der Innenminister ignoriert die starre Haltung des SPD-Fraktionsvorsitzenden Ralf Stegner." Der strebt einen Beitritt Schleswig-Holsteins zum Glücksspielstaatsvertrag der übrigen 15 Bundesländer an, "der mit der europäischen Rechtsprechung nicht in Einklang zu bringen ist", sagt Garg.
Die Unternehmen müssten in Schleswig-Holstein "hohe Anforderungen an ihre Zuverlässigkeit und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erfüllen", sagt Breitner. So müssen sie umfangreiche Nachweise darüber erbringen, dass die Zahlungen sicher abgewickelt werden, Geldwäsche bekämpft wird und Manipulation sowie Betrug abgewehrt werden.

Neue Lizenzen für weitere Glücksspiel-Anbieter

Darüber hinaus hat das Innenministerium weitere Genehmigungen für Sportwetten erteilt. Damit dürfen zwei Unternehmen aus Malta und eins mit Sitz in Gibraltar sechs Jahre lang Sportwetten im Internet anbieten. Nach Angaben des Ministeriums erhalten zudem zwei Gesellschaften aus der Admiral Sportwetten-Gruppe mit Firmensitzen in Rellingen (Kreis Pinneberg) und in Österreich erstmals die Erlaubnis, ihre Sportwetten in Wettlokalen zu vertreiben.
Grundlage der Lizenzvergaben ist das noch geltende Gesetz der alten schwarz-gelben Koalition, das seit diesem Jahr in Kraft ist. Fortan können 15 Firmen Sportwetten auf dem schleswig-holsteinischen Glücksspielmarkt anbieten.

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