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Ersatz für marodes Bauwerk : Keine Klarheit am Fehmarnsund: Brücke oder Tunnel?

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Die Fehmarnsundbrücke muss ersetzt werden. Doch ob eine neue Brücke oder doch ein Tunnel gebaut wird, steht noch nicht fest. Die Bahn prüfe noch alle Varianten, hieß es bei der Kommunalkonferenz in Großenbrode.

shz.de von
erstellt am 28.Apr.2015 | 20:26 Uhr

Großenbrode | Zu einer zweiten Kommunalkonferenz zur geplanten Fehmarnsundquerung haben sich am Dienstag Bürgermeister und Vertreter von Umweltinitiativen mit Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) getroffen. Manuela Herbort von der Deutschen Bahn sagte bei dem Treffen in Großenbrode im Kreis Ostholstein, dass nach wie vor drei Varianten auf ihre Umweltverträglichkeit geprüft würden: Neubau eines kombinierten Tunnels, einer kombinierten Brücke sowie einer Straßen- und einer Eisenbahnbrücke. Der Neubau soll die  altersschwache Fehmarnsundbrücke als Teil der Hinterlandanbindung des geplanten Fehmarnbelt-Tunnels ersetzen.

Die Fehmarnsundbrücke verkraftet nach Expertenansicht nicht die erwarteten künftigen Belastungen. Dies erbrachte ein Gutachten, das im vergangenen Jahr dem Bundesverkehrsministerium vorgestellt wurde. Demnach bewältigt die über 50 Jahre alte Brücke zwar den aktuellen Verkehr, sagte ein Sprecher des Kieler Verkehrsministeriums. Mit der bis 2022 geplanten Eröffnung des Fehmarnbelt-Tunnels nach Dänemark werde sie aber der steigenden Belastung nicht mehr standhalten. Um das Problem zu lösen, gebe es mehrere Varianten, die nun geprüft würden. Verschiedene Brückenlösungen würden ebenso untersucht wie ein möglicher Tunnelbau.

Bei der Kommunalkonferenz wurde klar, dass sich die Mehrheit der Anwesenden einen Tunnel auch für den Fehmarnsund wünscht. „Für die Gemeinde Großenbrode kann es keine andere Lösung geben, weil eine Brücke zu windempfindlich ist und sich bei Sturm die Lastwagen bis in unseren Ort zurückstauen“, sagte der Bürgermeister von Großenbrode, Jens Reise.  Nach Ansicht Meyers hat die Diskussion gezeigt, dass auch eine Lösung für die alte Brücke gebraucht werde. „Die Frage ist, was mit dem “Kleiderbügel„ geschieht und wer die Kosten trägt“, sagte Meyer.

Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (CDU) wiederholte die Forderung, dass der Eisenbahngüterverkehr über die Jütlandroute geführt werden müsse, bis die Bahnanbindung des geplanten Fehmarnbelt-Tunnels fertiggestellt ist. Das wird nach Angaben der Deutschen Bahn voraussichtlich 2024 der Fall sein.

Dessen Verwirklichung  hat unterdessen eine weitere wichtige Hürde genommen. Dänemarks Parlament machte am Dienstag den Weg für den Bau des Fehmarnbelt-Tunnels auf dänischer Seite frei. Mit dem positiven Votum durch die Abgeordneten von sieben der acht Parteien sind auch die Mittel für den Tunnelbau freigegeben. Fast zeitgleich zur Entscheidung des Parlaments versicherte Bundeskanzlerin Angela Merkel der dänischen Regierungschefin Helle Thorning-Schmidt, dass Deutschland trotz höherer Kosten und Verspätungen an dem Infrastrukturprojekt festhalte.  Dänemark trägt die erwarteten Kosten von 7,4 Milliarden Euro allein.

Deutschland muss laut Staatsvertrag für die Hinterlandanbindung auf deutscher Seite auf kommen, allerdings läuft das Planfeststellungsverfahren noch. Die nächste Kommunalkonferenz zur Sundquerung soll im Herbst dieses Jahres stattfinden.

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