Barschel-Krimi : Kein Lösungsmittel im Schuh

Noch sind die Ermittlungen im "Fall Barschel" nicht wieder aufgenommen - trotzdem kochen die Spekulationen um den Tod des Politikers bereits hoch.

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16. Juni 2011, 09:33 Uhr

Lübeck | Selbstmord oder Mord? Bis heute ist der Tod von Uwe Barschel nicht geklärt. Der frühere schleswig-holsteinische Ministerpräsident starb am 11. Oktober 1987 im Genfer Hotel "Beau Rivage". Er lag tot in der Badewanne von Zimmer 317, bekleidet mit Hemd und Anzughose. Ein Schuh von Barschel lag direkt vor der Badewanne. Angeblich wurde darin das Dimethylsulfoxid (DMSO) festgestellt. Dieses Mittel dient dazu, eine Substanz durch die Haut aufzunehmen. Wurde Barschel auf diesem Weg vergiftet?
Dazu stellte Oberstaatsanwalt Günter Möller gestern schriftlich klar: "Weder im Schuh noch im Handtuch ist das Lösungsmittel DMSO gefunden worden." Möller betont zugleich, dass die Ermittlungen im "Fall Barschel" noch nicht wieder aufgenommen sind: "Die derzeitigen Untersuchungen im Hinblick auf mögliche DNA-Spuren dienen als Abklärung für die Entscheidung, ob die Ermittlungen möglicherweise wieder aufzunehmen sind." Der Oberstaatsanwalt geht davon aus, dass die DNA-Überprüfung einige Wochen dauern wird. Wie in anderen Fällen, die nach mehr als 20 Jahren aufgeklärt wurden, könnten die neuen DNA-Methoden auch im "Fall Barschel" neue Erkenntnisse bringen.
Der ehemalige Oberstaatsanwalt Heinrich Wille hatte die Barschel-Akte 1998 nach vierjähriger Ermittlungs arbeit schließen müssen, sagte damals aber: "Nach wie vor liegen zureichende Anhaltspunkte für ein Kapitalverbrechen vor."
(db, shz)

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