Grüne in Schleswig-Holstein : Jan Philipp Albrecht soll Robert Habeck als Umweltminister beerben

Jan Philipp Albrecht.
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Jan Philipp Albrecht.

Der Europaabgeordnete soll für die Grünen als Umweltminister in Kiel antreten. Am Samstag verkünden die Grünen die Personalie offiziell.

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02. März 2018, 18:51 Uhr

Kiel | Neuer Umweltminister in Schleswig-Holstein soll für die Grünen der Europaabgeordnete Jan Philipp Albrecht werden. Der 35-Jährige soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur Robert Habeck ablösen, der vor fünf Wochen zum Bundesvorsitzenden der Grünen gewählt worden war. Zunächst hatte die Zeitung „Die Welt“ darüber berichtet. Die Grünen wollen ihre Entscheidung am Sonnabend in Kiel offiziell vor der Presse bekanntgeben, unmittelbar nach einer Sitzung des Parteirats. Der Landesvorstand hatte einstimmig für Albrecht votiert.

Die Personalie gilt eher als Überraschung und war zunächst nur einem sehr kleinen Kreis bekannt. Lange Zeit galt Bundstagsfraktionsvize Konstantin von Notz als Favorit für die Habeck-Nachfolge. Der Rechts- und Internetexperte hätte den ersten Zugriff gehabt, aber er entschied sich dafür, auf der Bundesebene zu bleiben.

Die Bundes-Grünen hatten Habeck per Satzungsänderung eine Übergangszeit von bis zu acht Monaten zugestanden, in der er noch Minister bleiben darf. Wann der Wechsel im Land vollzogen wird, war bisher offen. Habeck führt das Ministerium seit 2012, zunächst in einer Regierung mit SPD und SSW, seit 2017 in einer Jamaika-Koalition mit CDU und FDP.

Der Jurist Albrecht ist im EU-Parlament derzeit digital-, innen- und justizpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion. Er bearbeitet dort auch das Thema Verbraucherschutz. Mit Landwirtschaftsthemen wird er dagegen bisher nicht in Zusammenhang gebracht.

Albrecht wurde am 20. Dezember 1982 in Braunschweig geboren. Er studierte von 2003 bis 2008 Rechtswissenschaften in Bremen, Brüssel und Berlin. Seit 2009 gehört er dem Europäischen Parlament an. Dort ist er stellvertretender Vorsitzender des Innen- und Justizausschusses. Albrecht gilt als Datenschutzexperte. Er setzte sich zuletzt für strengere Datenschutzauflagen für die Betreiber sozialer Netzwerke ein.

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