Neue Pistolen : James Bonds Dienstwaffe für Polizisten im Norden

Polizeihauptmeister Holger Westphal (li) führt Innenminister Lothar Hay (SPD) die neue Dienstpistole 'Walther P99 Q' vor. Foto: Ruff
1 von 3
Polizeihauptmeister Holger Westphal (li) führt Innenminister Lothar Hay (SPD) die neue Dienstpistole "Walther P99 Q" vor. Foto: Ruff

Die Polizisten im Land bekommen eine neue Dienstpistole: Genau wie 007, der Geheimagent im Auftrag Ihrer Majestät, werden die Beamten bald eine "Walther P 99" im Holster tragen.

shz.de von
28. November 2008, 01:57 Uhr

Kiel | Im Frühjahr 2009 werden die ersten 700 neuen Dienstwaffen vom Typ "Walther P 99 Q" ausgeliefert - an junge Polizeischüler der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung in Eutin (Kreis Ostholstein). "Sie sollen in ihrer Dienstzeit nicht noch umlernen müssen", sagte Innenminister Lothar Hay (SPD) am Mittwoch bei der Vorstellung der Waffe im Kieler Landespolizeiamt.
Bis 2017 sollen dann nach und nach alle 6700 Schutz- und Kriminalpolizisten ihre alten Dienstwaffen vom Typ "Sig Sauer P 6" abgeben. Nach 30 Jahren werden sie verschrottet. Dafür bekommen die Beamten eine Waffe, die Geheimagent Bond seit 1997 ("Der Morgen stirb nie") bevorzugt. "Wir werden James Bond waffentechnisch sogar überlegen sein", erklärt Hauptkommissar Horst Schuhknecht. Die Polizei bekomme das neueste Modell, eine "P 99 Q". Sie ist für Links- und Rechtshänder geeignet, das Griffstück kann an die Handgröße angepasst werden, und ein Abzug ohne Spannhebel sowie Sicherungen im Innern der Waffe sollen dafür sorgen, dass sich bei Stress im Einsatz nicht versehentlich ein Schuss löst.
Preis, technische Anforderungen und Anwenderbelange gaben Ausschlag
Ein halbes Jahr hatte das Land verschiedene Pistolen testen lassen, unter anderem auch Modelle von Heckler & Koch und Sig Sauer. Dass die Entscheidung am Ende für die "Walther P 99 Q" und somit gegen den Hersteller Sig Sauer aus Eckernförde gefallen ist, bedauert der Innenminister. "Die Förderung der heimischen Wirtschaft liegt mir am Herzen, aber in diesem Fall gab es scharfe Auswahlkriterien." Preis, technische Anforderungen und Anwenderbelange waren ausschlaggebend. Der Listenpreis für eine "P 99 Q" beträgt 837 Euro, das vergleichbare Model von Sig Sauer schlägt mit 1300 Euro zu Buche. Schleswig-Holstein kauft die Waffen mit Hamburg und Bremen gemeinsam, um den Preis zu drücken. Alle drei Länder haben 18.000 Dienstpistolen geordert, Schleswig-Holstein und Hamburg nehmen je 8000 Stück ab.
Das Projekt Dienstpistole wird das Land 3,3 Millionen Euro kosten. "Es ist eine Investition in die Sicherheit unserer Polizisten", sagt der Minister. Die neue Waffe hat ein Magazin mit 15 statt bisher acht Schuss vom Kaliber neun Millimeter. Mit Reserve-Magazin haben die Beamten also immer 30 Schuss dabei. Verwendet wird spezielle Munition, die im Körper "aufpilzt", um mit ihrer Energie den Täter zu stoppen.
In den vergangenen zehn Jahren haben in Schleswig-Holstein Polizisten neun Mal die Schusswaffe gegen Menschen eingesetzt, acht Personen wurden verletzt, ein Mann in Notwehr erschossen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen