Kritik der SPD : Jamaika will Berufsschulen dem Wirtschaftsministerium zuordnen

Ein Holzhobel liegt am Arbeitsplatz in einer Berufsschule. /Archiv
Ein Holzhobel liegt am Arbeitsplatz in einer Berufsschule. /Archiv

Die SPD lehnt die geplante Verlagerung vom Bildungs- zum Wirtschaftsministerium als „absurde Idee“ ab.

shz.de von
16. September 2018, 12:20 Uhr

Kiel | Die SPD hat die Pläne der Jamaika-Landesregierung kritisiert, die Verantwortung für die Berufsbildenden Schulen künftig vom Bildungs- ins Wirtschaftsministeriums zu verlagern. „Eine inhaltliche Rechtfertigung dafür gibt es nicht“, sagte der Sprecher der SPD-Fraktion für berufliche Bildung, Tobias von Pein. Die SPD-Fraktion hat für die Landtagssitzung Ende September einen Antrag eingebracht, die Zuständigkeit beim Bildungsministerium zu belassen.

Als „absurde Idee“ bezeichnete Pein die angestrebte Verlagerung, die erfolgen soll, sobald das Schleswig-Holsteinische Institut für Berufliche Bildung (SHIBB) gegründet ist. Diese Idee sei nur dem Koalitionsproporz geschuldet. „Auf diese Weise sollte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) etwas mehr Kompetenzen erhalten“, meinte Pein.

Das SHIBB ist ein Projekt der früheren Bildungsministerin Britta Ernst (SPD). „Wir unterstützen es auch weiterhin, weil wir davon eine Aufwertung der beruflichen Bildung erwarten“, sagte Pein. „Wir wollen ein Schulsystem, in dem die allgemein bildenden und die berufsbildenden Schulen gleichwertig nebeneinander stehen und gegenseitig durchlässig sind.“ Die Koalition richte stattdessen „neue Mauern“ zwischen diesen beiden Zweigen unseres Schulwesens ein.

Wirtschaftliche Interessen dürften nicht pädagogische Belange beiseite schieben, warnte Pein. „Die Verlagerung ins Wirtschaftsministerium würde die Ziele, die mit dem SHIBB verbunden sind, in Frage stellen.“ Schleswig-Holstein würde bundesweit einen Sonderweg gehen und die länderübergreifende Durchlässigkeit gefährden. „Es sähe schon komisch aus, wenn Schleswig-Holstein künftig sowohl mit Frau Prien als auch mit Herrn Buchholz auf der Kultusministerkonferenz auflaufen wollte“, sagte Pein.

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