„Gaming ist ein Wirtschaftsfaktor“ : Jamaika-Koalition will E-Sport in Schleswig-Holstein fördern

Die Nordish-Gaming-Convention in Husum ist das Klassentreffen für Freunde des E-Sports.
Gamer auf der Nordish-Gaming-Convention in Husum.

Die Wirtschaftspolitik im Norden sei „altbacken und braucht ein Update“, fordert Grünen-Politiker Rasmus Andresen.

shz.de von
28. August 2018, 08:20 Uhr

Kiel | Die Jamaika-Koalition will im Norden E-Sport fördern. „Wir werden Schleswig-Holstein zum Gaming- und E-Sport-Land machen“, sagte der Grünen-Netzpolitiker Rasmus Andresen. Gaming sei mittlerweile ein Wirtschaftsfaktor. Im September werde die Koalition einen entsprechenden Antrag in den Landtag einbringen.

E-Sport steht für elektronischen Sport, also den geregelten Wettkampf zwischen Menschen mit Hilfe von Computer- und Videospielen. „E-Sport und Gaming sind längst keine Nischenthemen mehr“, sagte Andresen. Die Videospielmesse Gamescom besuchten mittlerweile 350.000 Menschen. „Das sind mehr als Fußball-Zweitligist Holstein Kiel und Handball-Rekordmeister THW Kiel zusammen in einer Saison haben.“ Das Land müsse gemeinsam mit Kommunen und Sportverbänden Strukturen und Konzepte zur Förderung und Begleitung von Gaming und E-Sport entwickeln, sagte Andresen. In vielen Bundesländern werde die Entwicklung von Games unterstützt. „Immer mehr junge Schleswig-Holsteiner entwickeln Onlinespiele und wandern wegen fehlender Unterstützung ab.“ Die Wirtschaftspolitik im Norden sei „altbacken und braucht ein Update“. Die Landesregierung müsse Start-ups im Gamesbereich fördern.

Der Grünen-Medienpolitiker Lasse Petersdotter forderte die Bundesregierung auf, die Gemeinnützigkeit von E-Sport anzuerkennen. „Vereine können eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, insbesondere zur Betreuung der Spieler wahrnehmen“, sagte er. „Da die Bundesregierung schläft, werden wir sie mit einer eigenen Initiative erinnern müssen.“

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