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schutz von Mauswiesel und Hermelin : Jäger warnen vor mehr Mardern in SH

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mauswiesel und Hermelin sollen durch eine Änderung im Jagdrecht stärker geschützt werden. Jäger halten das für falsch.

Kiel | Mehr Marder auf Dachböden und in Autos – dafür mache sich die Regierungskoalition stark. Mit diesem Vorwurf reagierte der Landesjagdverband Schleswig-Holstein (LJV) am Mittwoch auf einen Änderungsantrag zum Naturschutz- und Jagdgesetz von SPD, Grünen und SSW. Die Jäger seien „im höchsten Maße empört“ über die beabsichtigte Herausnahme der Marder-Arten Mauswiesel und Hermelin aus der Liste der jagdbaren Arten, teilte der Verband mit.

Autofahrer und Marder sind keine Freunde. Denn die Tiere können im Motorraum schwere Schäden anrichten. Auch auf Dachböden treiben Marder ihr Unwesen. Die unerwünschten Besuche der kleinen Raubtiere könnten bald häufiger werden.

„Durch diese Maßnahme würde der Einsatz bestimmter Fallen praktisch unmöglich gemacht“ sagte Wolfgang Heins, Präsident des Verbandes. „Damit wird dem Artenschutz ein Bärendienst erwiesen!“ In Gefahr seien vor allem Bodenbrüter, die gegen Raubwild geschützt werden müssten. „Zwar wurden Mauswiesel und Hermelin ohnehin seit vielen Jahren nicht mehr intensiv bejagt“, erläutert LJV-Geschäftsführer Andreas Schober, „künftig wäre aber auch die Jagd auf Marder faktisch nicht mehr möglich.“ Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Hermeline oder Mauswiesel in für Marder aufgestellte Fallen tappen. Jäger würden also Gefahr laufen, eine Straftat zu begehen, und man müsse die Jagd auf Marder einstellen.

Die umweltpolitische Sprecherin der Grünen, Marlies Fritzen, sagte, das Tierschutzgesetz verlange einen „vernünftigen Grund“ für das Töten von Tieren. „Diesen gibt es für Hermeline und Mauswiesel nicht. Sie werden nicht gegessen oder anderweitig für den Menschen verwertet.“ Auch aus Naturschutzgründen sei die Jagd nicht erforderlich. „Bodenbrütende Vögel werden vor allem durch den Fuchs gestört, der auch weiterhin bejagt werden darf“, so Fritzen. Mit dem Antrag, der unter anderem dem viel diskutierten Betretungsrecht eine Absage erteilt und die Gatterjagd verbietet, soll sich Ende April der Landtag befassen.

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erstellt am 03.Mär.2016 | 18:00 Uhr

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