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Neues Jagdgesetz in SH : Jäger kritisieren Verbot von Blei-Munition

vom

Ab April 2015 ist das Schießen mit Blei in Schleswig-Holstein verboten. Die Jäger stellen sich dagegen - und argumentieren mit dem Tierschutz.

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2014 | 16:48 Uhr

Kiel | Schleswig-Holsteins Jäger haben das Verbot bleihaltiger Munition im neu beschlossenen Landesjagdgesetz scharf kritisiert. „Wir lehnen innovative Munition nicht generell ab“, sagte am Donnerstag der Geschäftsführer des Landesjagdverbandes (LJV), Andreas Schober: Die neue Munition sei jedoch keine echte Alternative zu traditionellen, verbleiten Geschossen, sagte er. Am Mittwoch beschlossen SPD, Grüne und SSW das Verbot von Bleimunition im Norden - gelten soll es ab April 2015.

Im Gegensatz zu den Jägern hatte Umweltminister Robert Habeck (Grüne) die bleifreie Munition im Landtag als „zeitgemäße Alternative“ bezeichnet, die sich bewährt habe und der Gesundheitsvorsorge sowie dem Artenschutz helfe. Bleimunition gefährde streng geschützte, aasfressende Greifvögel wie Seeadler, weil sie beim Fressen Blei aufnähmen. Außerdem werde das Wildfleisch mit Blei kontaminiert: „Und welcher Verbraucher möchte schon Wildfleisch mit Bleigehalt essen“, sagte Habeck.

Die Fachhochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde (Brandenburg) habe die tierschutzgerechte Tötungswirkung der bleifreien Munition auf Grundlage von 11.000 Abschussberichten geprüft und keine signifikanten Unterschiede zur Bleimunition festgestellt. Auch die oft behauptete Gefährdung des Hinterlandes des Zieles lasse sich wissenschaftlich nicht feststellen, sagte Habeck. Letztendlich habe sich bleifreie Munition auch schon in der Praxis bewährt und werde von vielen Jägern genutzt.

In ihrer Kritik werden Schleswig-Holsteins Jäger jedoch von Ex-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) unterstützt. Der 67-Jährige ist selbst leidenschaftlicher Jäger und fordert in einer am 28. März ins Internet gestellten Online-Petition an die Bundesregierung, dass bleihaltige Munition in einer Übergangsphase weiter genutzt werden darf - bis bleifreie Geschosse entsprechend weiterentwickelt sind. Bei derzeit vorhandener und verwendeter bleifreier Jagdmunition sei die geforderte, tierschutzgerechte sofortige Tötungswirkung aus unterschiedlichsten Gründen häufig nicht vorhanden, heißt es in der Begründung seiner Petition. „Bei einem absoluten sofortigen Verbot von bleihaltiger Munition bleibt der Tierschutz in der Jagdausübung auf der Strecke“. Bislang haben die Petition mehr als 3500 Menschen unterzeichnet.

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