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Gaza-Konflikt : Interview mit dem Landesrabbiner bewegt unsere Leser

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach dem Interview mit dem schleswig-holsteinischen Landesrabbiner Walter Rothschild erreichten uns per E-Mail als auch auf dem sh:z-Facebook-Profil viele Lesermeinungen. Hier eine Auswahl:

Im Interview sprach der schleswig-holsteinische Landesrabbiner, Walter Rothschild, mit dem sh:z über Israels Rolle. Und dass Hamas-Kämpfer den Tod verdient haben. Seine Meinung polarisiert. Eine Auswahl der Leserreaktionen:

Das Interview mit dem Herrn Rabbiner Rothschild gehört für mich mit zu dem Schlimmsten, das ich bisher gelesen habe. Es werden bei den israelischen Bombenangriffen doch nicht die radikalen Hamas getötet, sondern vor allem die Zivilbevölkerung, die unvorstellbar zu leiden hat. So etwas als „notwendige Opfer“ zu bezeichnen, finde ich einfach nur zynisch. Wer auf wehrlose Zivilbevölkerung, Frauen und Kinder Bomben wirft, und ihre Infrastruktur zerstört, muss sich nicht wundern, dass die Berichterstattung in den Medien „einseitig“ sei. Im Zusammenhang mit diesem realen Krieg, von einem Propaganda-Krieg gegen Israel zu sprechen, ist einfach ungeheuerlich. Gunhild Seifert, Itzehoe

Danke Rabbi Rothschild für die klaren Worte! Ich hoffe, sie werden gelesen und verstanden! Fundierte Information vor Propaganda. Keren Miriam Först-Hädicke, auf Facebook

Sieht man von den teilweise abstrusen Vergleichen (Kriegstote = Verkehrstote) und mehr als zynischen Bewertungen des israelischen Vorgehens ab (Die Hälfte der Toten sind doch gar keine Zivilisten?!), so zeigt das Interview exemplarisch das Grunddilemma des Nahostkonfliktes: Beide Seiten sehen und inszenieren sich ausschließlich als Opfer, während die eigene Täterschaft komplett geleugnet wird. Kein Wort zum Siedlungsbau, kein Wort zu den Lebensbedingungen im Gaza-Streifen. Man selbst will ja nichts als Frieden, nur die Terroristen auf der anderen Seite stehen diesem Wunsch entgegen. Solange sich diese Geisteshaltung nicht ändert, wird eine grundlegende Lösung des Konflikts Fiktion bleiben. Dr. Michael Thiele, Eckernförde

Wie kann ein Mann der Kirche so etwas sagen? Was rechtfertigt es, dass Menschen sterben? Ich bin fassungslos und entsetzt. Doris-Martina Witt, auf Facebook

Ich kann Rabbi Rothschild nur voll und ganz zustimmen. Wie gut, dass endlich mal jemand Klartext spricht und wie peinlich, dass dies kein einziger nichtjüdischer Politiker in Deutschland bisher geschafft hat. Israel ist ein demokratisches, rechtsstaatliches Land, das unter anderem von der Hamas (einer Terrororganisation) seit Jahren immer wieder mit Raketen und Terroranschlägen angegriffen wird. Da muss man nicht immer wieder betonen, dass Israel sich verteidigen darf. Das ist ja wohl selbstverständlich! Im Übrigen zielen die Angriffe der Hamas immer und ausschließlich auf Zivilisten. Nanette Mende, Nordstrand

An Dummheit, menschlicher Rohheit und Einseitigkeit sind die Äußerungen des Landesrabbiners nicht mehr zu überbieten. Wer öffentlich Menschen den Tod wünscht, egal ob es Terroristen oder Soldaten im Kampf sind, zeigt deutlich, wessen Geistes Kind er ist. Dieser Rabbiner als jüdischer Glaubenswürdenträger hat allen Juden in Schleswig-Holstein einen Bärendienst erwiesen. Herr Landesrabbiner, mit Verlaub, Sie sind der potenzielle Brandstifter und Anstifter für Gewalt gegen Juden. Vermutlich wollten Sie dies sogar! Jörg Zemke, Eggebek

Dazu passt, was Ban Ki-moon aktuell zum Angriff auf die Schule unter UN-Verwaltung sagt: „Es ist beschämend, schlafende Kinder anzugreifen.“ Ich frage mich, wie man in dieser Region jemals für Frieden sorgen kann und wird. Ich werde es wohl leider nicht mehr erleben. Peter Schildt, auf Facebook

Nicht nur ich bin erschüttert über so viel Hass und der verbitterten Uneinsichtigkeit des Landesrabbiners. Leider werden geradezu haarsträubende und unverzeihliche Vergleiche mit unverschämten Beschimpfungen von diesem Hassprediger in seinen überaus einseitigen Argumentationen aufgeführt. Bei allem Verständnis für die verzweifelte Situation Israels angesichts des fortwährenden Hammas-Bombenbeschusses ist das unerträglich und unentschuldbar. Rüdiger Ivers, Eckernförde

Wozu sind die Tunnel gedacht? Das sind Angriffstunnel, mit denen Terror gegen die Grenztruppen und die Grenzbevölkerung ermöglicht werden soll. Was meinen Sie wohl, was passieren würde, wenn durch diese Tunnel ein Angriff mit vielen toten israelischen Zivilisten erfolgen würde? Ein guter Teil der Kommentatoren würde sagen: Das musste ja so kommen, die Israelis haben doch selber schuld. Und was würde Israel tun: Mit aller Härte zurückschlagen. Wir sollten alle die Zerstörung dieser Terror-Tunnel unterstützen, denn sie wurden gegraben, um das Leid auf beiden Seiten noch zu vervielfachen. Mathias Braasch, auf Facebook

Diese Arroganz und Menschenverachtung ist unerträglich. Und das ist auch noch die Überzeugung eines geistlichen Oberhauptes. Wen wundert da der weltweit wachsende Antisemitismus? Ingrid Everts, Boren

Wenn der Landesrabbiner Rothschild behauptet, „Israel habe plötzlich herausgefunden, dass die Hamas seit Jahren an Tunneln im Gaza gräbt“, irrt er sich gewaltig. Den vielen Geheimdiensten – speziell den Israelis – ist durch Beobachtung mittels Spionagesatelliten längst bekannt, wo seit Jahren gebuddelt wird. Schließlich sind die Tunnel bis zu Lastwagenbreite groß. Und wer solche Tunnel gräbt, bewegt auch Unmengen an Aushub und Material, auch dies bleibt nirgendwo unentdeckt. Der kluge Leser sollte sich fragen, warum die Israelis die vielen Tunnel nicht längst gesprengt haben, sondern seit Jahren diese Waffentransporte zulassen. Manfred Wachtel, Kappeln

Vielen Dank für Ihre klare, mutigen Worte, die ich in dem Interview lesen konnte, Rabbi Rothschild. Seit langem verfolge ich die Berichterstattungen über Israel sowohl in deutschen wie auch in israelischen Medien, selber war ich schon mehrmals in Israel und ich kann Ihre Aussagen zu 100 Prozent bestätigen. Für mich ist diese einseitige Berichterstattung in deutschen Medien oft unerträglich und auch in persönlichen Gesprächen begegnen mir dieselben Argumente, von denen die Menschen nicht abrücken trotz offensichtlicher Gegenbeweise. Heike Becker, Elmshorn

Natürlich darf und muss sich Israel gegen Terror und Mordanschläge schützen. Die Hamas wollen Israel auslöschen und benutzen Zivilisten in Gaza als militärische Schutzschilde. Das ist Menschenverachtung. Kein Mensch hat den Tod verdient, da ist der Rabbiner voll im Unrecht. Er sollte mal überlegen, was er sagt. So heizt er die Lage noch unnötig an. Hans-Jürgen Thede, auf Facebook

> Hier haben unsere Leser das Wort. Zuschriften sind unter Angabe von Namen und Adresse auch per E-Mail an leserbriefe@shz.de möglich. Bitte geben Sie die Seite und den Artikel an, auf den Sie sich beziehen. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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