Landesverfassung Schleswig-Holstein : Initiative „Pro Gottesbezug“ erreicht über 42.000 Unterschriften

Wollen die Schleswig-Holsteiner einen Gottesbezug in ihrer Verfassung? Glaubt man den Unterschriften, die heute an Landtagspräsident Schlie überreicht werden, dann ja.

shz.de von
14. Juli 2015, 07:06 Uhr

Kiel | Für die Aufnahme eines Gottesbezugs in die schleswig-holsteinische Landesverfassung hat eine Volksinitiative mehr als 42 000 Unterschriften gesammelt. „Wir sind außerordentlich stolz“, sagte Ex-Regierungschef Peter Harry Carstensen als Vertreter der Initiative am Dienstag bei der Übergabe an Landtagspräsident Klaus Schlie (beide CDU). Nun muss sich das Parlament erneut mit der Frage befassen. Dafür hätten schon 20 000 Unterschriften gereicht.

Schlie zeigte sich beeindruckt vom Erfolg der erst im März gestarteten Initiative und kündigte eine sehr intensive Auseinandersetzung mit dem Thema im Landtag an.

Im Oktober hatte der Landtag eine neue Landesverfassung verabschiedet. Für einen Gottesbezug gab es damals keine Mehrheit. Die Aufnahme einer Demutsformel („in Verantwortung vor Gott und den Menschen“...) war gescheitert. Auch ein Kompromissvorschlag fiel durch. Dann trat die Volksinitiative in Aktion. In den Landesverfassungen von Nordrhein-Westfalen, Bayern und Sachsen-Anhalt findet sich zum Beispiel ein Gottesbezug in den Präambeln, in Hamburg, Bremen und Berlin nicht.

Inzwischen zeichnet sich die Chance für einen Kompromiss ab, den Befürworter und bisherige Gegner akzeptieren könnten.

Für den Gottesbezug haben sich auch Vertreter der Kirchen, der Juden und der Muslime eingesetzt. Die Religionen verbindende Initiative habe Großes geleistet, sagte der evangelische Bischof Gothart Magaard. „Selten wurde so viel und so respektvoll über Gott und den Glauben diskutiert wie in den vergangenen Monaten“, meinte Erzbischof Stefan Heße. Dieses beeindruckende Engagement tue dem Land sehr gut.

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