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Untersuchungen der Uni Kiel : Hünengräber in SH sind älter als gedacht

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In Norddeutschland findet man überall Ansammlungen riesiger Steine - im Volksmund heißen sie Hünengräber. Es sind Zeugen einer jungsteinzeitlichen Kultur. Archäologen haben nun herausgefunden, dass sie älter sind als bislang gedacht.

Albersdorf/Kiel | Die Hünengräber in Schleswig-Holstein sind älter als gedacht. Das haben Untersuchungen des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Kieler Christian-Albrechts-Universität ergeben. Neue Grabungen im Albersdorfer Steinzeitdorf Dithmarschen im Rahmen der Forschungsprojekte „Frühe Monumentalität und soziale Differenzierung“ zeigten, dass Norddeutschlands Steinzeit-Gräber rund 5500 Jahre alt sind. Bislang seien Archäologen von einem Alter von ungefähr 5200 Jahren ausgegangen, sagte der Leiter des Steinzeitdorfs, Rüdiger Kelm.

Die sogenannten Großsteingräber seien vermutlich nur in einem relativ kurzen Zeitraum von 150 bis 200 Jahren errichtet worden. „Das ist die Zeit um 3500 bis 3300 vor Christus“, sagte Kelm. Die neuen Erkenntnisse seien für die Gesamteinordnung und die Gesamtinterpretation der kulturgeschichtlichen Abfolgen von Bedeutung, betonte der Archäologe: „Wenn man früher unsere Langbetten verglichen hat mit Anlagen, die aus der Zeit um 3200 vor Christus sind, muss man sie jetzt mit der Siedlungslandschaft und Funden um 3500 vor Christus vergleichen.“ 

Großsteingräber beziehungsweise megalithische Grabanlagen sind rechteckige Bauten aus Tonnen schweren Findlingen oder anderen Steinen mit einem Erdhügel. Sie gelten als die ältesten nachweisbaren Grabbauten.

Die neuen Albersdorfer Forschungsergebnisse ließen darauf schließen, dass die Anlagen nicht in einem Zug erbaut wurden, sondern schrittweise in mehreren Phasen, sagte Kelm. Es seien Gruppengräber, in denen immer wieder jemand bestattet wurde. „Männer, Frauen und Kinder - jung und alt - wurden dort bestattet. Was für Menschen es waren, weiß man nicht. Wir haben keine Kenntnis, ob es damals soziale Abstufungen gab, ob es also “Könige„ gab und dies vielleicht “Königsgräber„ waren“, sagte Kelm.

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erstellt am 05.Jan.2014 | 09:29 Uhr

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