zur Navigation springen

Unistreit : Hochschulreform: Wende wendet sich Kiel zu

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kehrt-Wende: Wegen der umstrittenen Reform der Lehrerausbildung steht Ministerin Wende seit Wochen in der Kritik. Von dem Vorhaben profitieren sowohl die Uni Flensburg als auch die Uni Kiel, sagt sie. Es sei nie Plan gewesen, den Kielern etwas zu nehmen.

Kiel | Wissenschaftsministerin Waltraud Wende (parteilos) wehrt sich gegen Kritik an ihrer umstrittenen Reform der Lehrerausbildung. „Jeder weiß, dass es nie auch nur einen klitzekleinen Ansatz gab, der Universität Kiel irgendetwas wegzunehmen“, sagte Wende jetzt. „Dennoch wird in einer Art Mobilmachung gegen die aktuelle Bildungspolitik so getan, als wäre es so.“

Wende will die Ausbildung der Lehrer auf die neue, zweigliedrige Schulstruktur in Schleswig-Holstein zuschneiden. „Wir wollen sie zu einer exzellenten Lehrerkräfteausbildung entwickeln, und dazu muss Kiel die Praxisanteile der Ausbildung nachbessern, und dazu muss Flensburg sich fachwissenschaftlich weiterentwickeln“, sagte sie.

„Dazu werden beide Universitäten ihren Beitrag leisten, und beide werden profitieren.“ In Flensburg sollen künftig Sekundarlehrer in 13 Fächern ausgebildet werden. Im Herbst hatten Ministerium und die beiden Unis nur sieben vereinbart. „Im Anhörungsverfahren wurde das kritisch gesehen“, sagte Wende zur Begründung für die geplante Aufstockung in Flensburg. Alle auf das Abitur vorbereitenden Schulen bräuchten Fachlehrer mit Sekundarstufe-II-Expertise. „Und genau das haben wir nachgebessert mit dem Effekt, dass leider nicht alle Teilnehmer der vor der Anhörung geführten gemeinsamen Gespräche diesen verbesserten Weg für richtig halten“, sagte Wende.

Wende wies zugleich Kritik der Opposition zurück, sie lasse die Universitäten jetzt die Arbeit machen. Die Opposition versuche, von ihnen ungeliebte aktive Gestaltung als falschen Weg zu diffamieren.

„In der Sache weiß ich nicht, was an Gesprächen zweier Hochschulen, die miteinander arbeiten und eine gute Ausbildung von Lehrern tragen sollen, verwerflich sein soll.“ Vertreter beider Hochschulen suchen seit Ende April eine Lösung im Streit um die Ausbildung der Lehrer. „Das Ergebnis dieses Gesprächs ist gut: Alle arbeiten wieder an der Ausgestaltung der neuen Lehrkräfteausbildung“, sagte Wende.

Auslöser des Streits waren ihre Pläne, die Lehrerausbildung in Flensburg stärker auszubauen als zunächst vorgesehen und verabredet. Daraufhin erklärte die Kieler Uni die Zusammenarbeit mit der Hochschule in Flensburg für beendet. Die Kieler sahen nicht nur einen Bruch von Verabredungen, sondern befürchten mit einer Aufwertung Flensburgs einen eigenen Bedeutungsverlust. Wende betonte, beide Unis würden nun über die konkrete Ausgestaltung ihres Gesetzentwurfs reden. „Sie haben möglicherweise erweiternde Ideen und Vorschläge zu Kooperationen.“ Diese könnten sie dann im Rahmen des üblichen parlamentarischen Verfahrens in der Anhörung vortragen. „Was dem Ziel unseres Gesetzes nutzt, werde ich dann auch mittragen.“ Sie mache ihre Arbeit trotz der Kritik weiter gern. „Allerdings verhehle ich nicht, dass es vor dem Hintergrund allzu platter öffentlicher Schelte und vor allem sehr persönlicher Kritik Momente gibt, in denen ich als Mensch entsetzt bin über das Maß an Häme, Gehässigkeit und persönlicher Verletzung“, sagte Wende. Sie befremde, dass es manchmal gar kein Interesse an der Sache gebe, sondern nur daran gelegen sei, den politischen Gegner schlecht aussehen zu lassen. Gestaltung fordere deshalb Kraft. „Ich bin sicher: Bei meinen Themen lohnt sich der Einsatz“, sagte Wende. Sie rechnet damit, dass der Landtag die Reform wie geplant noch vor der Sommerpause verabschieden wird.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 04.Mai.2014 | 09:26 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen