Bildung in Schleswig-Holstein : Hochschulen fordern Hälfte der Bafög-Millionen

Das Hauptgebäude der Christian-Albrechts-Universität in Kiel.
Das Hauptgebäude der Christian-Albrechts-Universität in Kiel.

Weil der Bund künftig das Bafög komplett bezahlt, kann Schleswig-Holstein mehr Geld für die Bildung ausgeben. Die Hochschulen sind in Sorge: Sie könnten fast leer ausgehen.

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19. Juni 2014, 15:59 Uhr

Kiel | Die Hochschulen in Schleswig-Holstein verlangen von der Landesregierung die Hälfte der durch eine Vereinbarung mit dem Bund freigewordenen Bafög-Millionen. Die Landeskasse wird künftig in zweistelliger Millionenhöhe entlastet, weil der Bund von 2015 an die Ausbildungsförderung für Studenten komplett bezahlt. „Wir sind in Sorge um den Wissenschaftsstandort Schleswig-Holstein“, sagte der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz, Werner Reinhardt, am Donnerstag. Er kritisierte den Beschluss des Koalitionsausschusses vom Montag.

„Danach bleibt fast nichts für die Unis übrig.“ SPD, Grüne und SSW hatten sich darauf verständigt, an den Schulen in Schleswig-Holstein bis 2017 insgesamt 728 mehr Lehrerstellen zu schaffen. Dieser Schritt kostet 36,4 Millionen Euro. Die Mittel werden dadurch ermöglicht, dass der Bund von 2015 an die Ausbildungsförderung für Studenten komplett bezahlt.

Reinhardt betonte, die Hochschulen wollten keinen künstlichen Konflikt mit den Schulen schüren. „Es ist aber gegen den Bundestrend, dass die Hochschulen gar nicht berücksichtigt werden. Es zeige sich jedoch: „Dort, wo Unruhe ist, wird reagiert.“ Die Hochschulen vermissten ein dahintersteckendes Konzept. Der Präsident der Kieler Christian-Albrechts-Universität, Lutz Kipp, kritisierte, die Hochschulen im Land seien chronisch unterfinanziert. Dadurch sei der Hochtechnologie-Standort gefährdet. Die Vertreter der Hochschulen bemängelten zudem, dass sie vor der Entscheidung des Koalitionsausschusses nicht gehört wurden.

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