Landesparteitag : Heinold ist Grünen-Spitzenkandidatin

Die Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen für die Landtagswahl, Monika Heinold. Foto: dpa
Die Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen für die Landtagswahl, Monika Heinold. Foto: dpa

Finanzexpertin Monika Heinold ist Spitzenkandidatin der schleswig-holsteinischen Grünen für die Landtagswahl. Überraschend wird Fraktionschef Karl-Martin Hentschel nicht mehr kandidieren.

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16. August 2009, 02:18 Uhr

Der Landesparteitag in Neumünster feierte Monika Heinold (50) am Sonnabend für eine engagierte Bewerbungsrede und ihr gutes Ergebnis. Sie hatte keinen Gegenkandidaten. Die Grünen gehen ohne Koalitionsaussage mit einem betont eigenständigen Kurs in die Landtagswahl. Umfragen zufolge können sie diesmal mit einem zweistelligen Ergebnis rechnen. 2005 hatten sie mit 6,2 Prozent nur vier Landtagsmandate geholt.
Der langjährige Fraktionschef Karl-Martin Hentschel wird dem neuen Parlament nicht angehören. Der 59-Jährige - seit neun Jahren im Amt - verkündete seinen Abschied von der landespolitischen Bühne, nachdem er sich überraschend nicht auf Platz vier der Landesliste durchsetzen konnte.
Ohne Hentschels Rückzug hätte das Los entschieden
Sichtlich bewegt gab Hentschel mit stockender Stimme seine Entscheidung bekannt - und verhinderte so ein Kuriosum: Ohne seinen Rückzug hätte das Los über Platz vier entschieden, weil Hentschel und Gegenkandidat Andreas Tietze in zwei Stichwahlen jeweils 52 und 53 Stimmen bekommen hatten. Stehend applaudierten die gut 100 Parteitagsdelegierten dem scheidenden Fraktionschef.
Auf die Plätze zwei und drei kamen mit den Landesvorsitzenden Robert Habeck (39/99 Stimmen) und Marlies Fritzen (47/89) Politiker, die dem Parlament bisher nicht angehören. Beide stehen für eine Generation, die nicht mehr mit der rot-grünen Koalition verbunden ist und auch anderen Konstellationen offen gegenübersteht. Das gilt auch für den nordfriesischen Kreistagsfraktionschef Tietze (47), der schließlich mit 74 Stimmen Platz vier bekam.
"Ich möchte einen kurzen, knackigen, knallgrünen Wahlkampf führen"
Monika Heinold gehört dem Finanzausschuss des Landtages an und will im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur HSH Nordbank der Landesregierung auf den Zahn fühlen. Der gescheiterten großen Koalition bescheinigt sie eine miserable Bilanz, wirft Regierungschef Peter Harry Carstensen und Finanzminister Rainer Wiegard (beide CDU) vor, das Parlament getäuscht und belogen zu haben.
Heinold ist gelernte Erzieherin, Familien- und Bildungspolitik sind neben Finanzen und Haushalt inhaltliche Schwerpunkte. 1984 trat sie den Grünen bei, machte sich im Norden gegen Atomkraft und für die Umwelt stark. "Ich bewerbe mich als Eure Spitzenkandidatin, weil ich gemeinsam mit Euch einen Wahlkampf führen möchte, der kurz, knackig, dynamisch und knallgrün ist", sagte Heinold am Sonnabend in ihrer Bewerbungsrede für Listenplatz eins zur Landtagswahl.

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