Castor-Behälter : Habeck signalisiert Bereitschaft für Zwischenlagerung

Robert Habeck. Foto: dpa
Robert Habeck. Foto: dpa

In der Debatte über ein atomares Endlager in Deutschland hat Schleswig-Holstein Bereitschaft zur Zwischenlagerung noch ausstehender Castorbehälter signalisiert.

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28. März 2013, 12:12 Uhr

Kiel | "Wir werden uns Gesprächen zur Zwischenlagerung der aus Sellafield zurückzunehmenden 21 Castoren mit hoch radioaktivem Atommüll und der fünf Behälter mit Atommüll aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich an anderen Standorten als Gorleben nicht verschließen", zitierte die "Stuttgarter Zeitung" den für die Atomaufsicht zuständigen Kieler Umweltminister Robert Habeck (Grüne).

Schleswig-Holstein sei „im Interesse einer konsensualen Lösung der Gesamtthematik grundsätzlich auch bereit, einen Beitrag zu leisten, dass es zur besten aller unbefriedigenden Lösungen kommt“. Eine politische Akzeptanz werde es aber nur geben können, wenn es dabei zu einer gerechten Lastenverteilung unter den Ländern komme.

2015 müssen Atommüll-Behälter aufgenommen werden

Wie Habeck in einer Stellungnahme ergänzend mitteilte, gibt es zur Zwischenlagerung noch eine Reihe offener Fragen. Eine solche Einlagerung des Sellafield-Atommülls sei gegenwärtig nur im Zwischenlager Gorleben (Niedersachsen) rechtlich zulässig, an anderen Standorten nicht. Wolle man das ändern, müssten von den Betreibern zunächst entsprechende Genehmigungen beantragt und diese durch die zuständige Genehmigungsbehörde, das Bundesamt für Strahlenschutz, erteilt werden.

Einem Transport zur Zwischenlagerung muss die jeweilige Landesregierung zustimmen. Für 2013 und 2014 sind bisher in Deutschland keine Transporte geplant. Ab 2015 müssen die Atommüll-Behälter aus Sellafield und La Hague aufgenommen werden. Doch in das Zwischenlager Gorleben sollen weitere Atommülltransporte nach einer am Montag bekanntgegebenen Einigung zwischen Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) und der rot-grünen niedersächsischen Regierung unterbleiben - dort stehen bisher 102 Behälter mit hoch radioaktiven Abfällen.

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