Tierschutz in Schleswig-Holstein : Habeck fördert tiergerechte Ställe mit 1,2 Millionen Euro

Mehr Platz und Weidegang: Wer seine Tiere nach bestimmten Kriterien hält, bekommt künftig Zuschüsse aus Kiel.

shz.de von
16. Januar 2015, 13:03 Uhr

Kiel | Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsministerium fördert tiergerechtere Ställe mit 1,2 Millionen Euro im Jahr. Gekoppelt ist die Förderung an Kriterien wie mehr Platz für die Tiere, ganztägigen Weidegang und Auflagen für die Güllelagerung, teilte das Ministerium am Freitag mit. „Als Gesellschaft halten und töten wir Tiere, um sie zu essen“, sagte Ressortchef Robert Habeck (Grüne). „Daraus erwächst die Pflicht, dass wir möglichst gute Lebensvoraussetzungen für sie schaffen.“ Die Förderung tiergerechter neuer Ställe sei ein Schritt dahin. Auch die Umwelt profitiere.

Schon länger spricht sich Habeck für die Notwendigkeit von tierwohlgerechter Haltung aus. „Wir müssen dringend mehr Tierschutz und Tierwohl in den Ställen ermöglichen, das ist eine ethische Pflicht“, sagte der Landwirtschaftsminister bereits im vergangenen September.

Zu den Förderkriterien gehört die Begrenzung der Tierzahlen, bei Kühen auf 600. Die Betriebe dürfen auch nicht mehr Gülle erzeugen, als ihre bewirtschafteten Flächen aufnehmen können. Für einen Zuschuss von 40 Prozent müssen die Betriebe von Mitte Mai bis Mitte Oktober auch ganztägige Weidegänge gewährleisten. Zudem müssen die Tiere mehr Platz in den Ställen bekommen. „Mit den Zuschüssen fördern wir Ställe, die höhere Kosten im Interesse des Tierwohls verursachen“, sagte Habeck. „Sie würden ohne Förderung noch nicht gebaut werden, weil die Kosten bisher über höhere Vermarktungserlöse nicht ausgeglichen werden können.“

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