Bundeswehr im Anti-Terror-Einsatz : Große Sorge: Torsten Albig befürchtet neue Attentate

Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) spricht am Donnerstag in Jagel zu den Soldaten, die in die Türkei fliegen werden.

Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) spricht am Donnerstag in Jagel zu den Soldaten, die in die Türkei fliegen werden.

Luftangriffe allein könnten das Terror-Problem nicht lösen. Was Albig über den Bundeswehreinsatz denkt.

shz.de von
18. Dezember 2015, 07:27 Uhr

Kiel | Für Ministerpräsident Torsten Albig kann militärische Gewalt kein alleiniges Mittel gegen den Terrorismus sein. „Ich habe Zweifel daran, dass eine reine militärische Reaktion allein wirklich einen entscheidenden Beitrag zum Kampf gegen Terrorismus leisten kann“, sagte der SPD-Politiker. „Meine große Sorge ist, dass Bomben von jungen Fanatikern mit Sprengstoffattentaten in Europa beantwortet werden“, sagte Albig mit Blick auf den Bundeswehreinsatz.

Seit der vergangenen Woche sind auch Soldaten aus Schleswig-Holstein am Anti-Terror-Kampf in Syrien beteiligt. Die Bundeswehr bombardiert die Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien zwar nicht selbst, unterstützt den Einsatz aber mit Aufklärungs-„Tornados“.

Es sei aber auch keine Zeit für intellektuelle Belehrungen, betonte Albig. Frankreich brauche die Unterstützung auch von Deutschland.„Wir sind Teil eines Bündnisses und unsere Bündnispartner müssen sich auf uns verlassen können.“ Es gebe in der Frage der Terrorbekämpfung leider keine einfachen Antworten.

In den letzten drei Jahrzehnten habe es im Nahen und Mittleren Osten keinen Mangel an militärischen Aktionen gegeben. „Wir dürfen nicht glauben, solche Konflikte könnten am Ende wirklich mit Luftangriffen gelöst werden“, sagte der Kieler Regierungschef. „Hass ist auf Dauer nicht mit Gewalt, sondern nur mit Humanität zu besiegen.“ Dies sei eine Aufgabe von Jahrzehnten. „Ich glaube, wir müssen über viele Jahre Friedensarbeit leisten, um den Hass aus den Menschen herauszubekommen.“

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