Dea : Greenpeace-Gutachten: Ölbohrungen im Wattenmeer nicht rechtens

Im schleswig-holsteinischen Wattenmeer vor Neuwerk hat Greenpeace einen Holzturm aufgestellt, um gegen die Ölbohrungspläne von Dea zu demonstrieren.

Im schleswig-holsteinischen Wattenmeer vor Neuwerk hat Greenpeace einen Holzturm aufgestellt, um gegen die Ölbohrungspläne von Dea zu demonstrieren.

Es geht um 20 Millionen Tonnen Öl im Boden des Wattenmeers. Dea will diese fördern, Greenpeace protestiert.

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05. Dezember 2016, 08:27 Uhr

Hamburg/Kiel | Die vom Konzern Dea geplanten Probebohrungen nach Öl im Nationalpark Wattenmeer kann der Kieler Umweltminister Robert Habeck (Grüne) aus Sicht von Greenpeace schon jetzt ablehnen. Die Umweltschutzorganisation stützt sich auf ein am Montag veröffentlichtes Rechtsgutachten, das sich auf das Nationalparkgesetz beruft. Demnach sind Handlungen untersagt, die Zerstörungen oder Beschädigungen bewirken können. Ausnahmen seien nur dann möglich, wenn keine erheblichen Beeinträchtigungen entstehen.

Habeck lässt Deas Antrag prüfen und will noch vor der Landtagswahl im Mai eine Entscheidung treffen.

Beeinträchtigungen aber habe Dea selbst bereits bei einer Vorprüfung zur Umweltverträglichkeit festgestellt, erklärte Greenpeace

Habeck selbst kündigte erst vor Kurzem an: „Es wird keine Ölbohrungen, keine Probebohrungen und keine Aufsuchungsbohrungen für Öl geben.“ Als Minister müsse er das aber sauber bewerten. Strittig seien wissenschaftliche Bohrungen im Nationalpark.

„Das Gutachten ist eine Gelegenheit für Minister Habeck, den Nationalpark Wattenmeer zu schützen“, sagte Greenpeace-Ölexperte Jörg Feddern. „Die Ölausbeutung im Nationalpark brächte unkalkulierbare Risiken mit sich. Die Gefahr eines Ölunfalls besteht bei jeder Bohrung.“ Nach Angaben von Dea lagern schätzungsweise 20 Millionen Tonnen Öl im Boden des Wattenmeeres - eine Menge, die laut Greenpeace in Deutschland nur etwa zwei Monate lang den Bedarf an Öl decken würde.

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