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Neue Landesverfassung in SH : Gottesbezug: Nordkirche doch für Volksinitiative

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Die Nordkirche hat ihre Ablehnung einer Volksinitiative für einen Gottesbezug in der Landesverfassung aufgegeben. Bischof Gothardt Magaard verknüpft seine Kehrtwende allerdings mit einer Bedingung.

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erstellt am 14.Okt.2014 | 18:04 Uhr

Schleswig | Kursschwenk der Nordkirche in Richtung einer Volksinitiative für einen Gottesbezug in der Landesverfassung Schleswig-Holsteins: Bischof Gothart Magaard nannte am Dienstag in Schleswig als Voraussetzung ein breites gesellschaftliches Bündnis.

Wenn sich aus einem solchen Bündnis eine Initiative entwickle, werde sie auch die Unterstützung durch die Nordkirche erhalten, sagte der evangelische Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein. Er glaube nicht, dass eine Volksinitiative, die von der Kirche ausgehe, das richtige Mittel sei. „Eine Volksinitiative kommt vom Volk - nicht von der Kirche“, so der Bischof.

Die katholische Kirche hat angekündigt, eine Volksinitiative zu starten. Der Landtag in Kiel hatte vergangenen Mittwoch eine in vielen Punkten modernisierte Landesverfassung ohne Gottesbezug beschlossen - trotz Fürsprache unter anderem von Ministerpräsident Torsten Albig (SPD), SPD-Fraktionschef Ralf Stegner und der CDU. In der neuen Präambel werden die Menschenrechte als Maßstab des Handelns genannt. Auch die alte Verfassung hatte keinen Gottesbezug.

Magaard unterstrich, wie wichtig das Thema Gottesbezug in der Landesverfassung für die Nordkirche sei. Es gehe um Gott in der Gesellschaft und nicht nur um Gott in der Verfassung. „Wir brauchen für das Thema langen Atem und breiten Raum“, sagte Magaard. „Wir werden es aktiv und offensiv auf allen Ebenen unserer Kirche, in unseren Akademien und den Gottesdiensten behandeln.“  Eine intensive Debatte sei „Voraussetzung für ein breites gesellschaftliches Bündnis, das über alle Partei- und Kirchengrenzen hinweg einen Volksentscheid auf den Weg bringt“, betonte Magaard. Deshalb sei es gut, dass die Entscheidung des Landtags nicht nur in den Kirchen, sondern in allen Bevölkerungskreisen diskutiert werde. „Eine Volksinitiative als kurzfristige Reaktion auf eine deutliche Landtagsentscheidung wird dem Thema unseres Erachtens nicht gerecht“, erklärte der Bischof.

Am Wochenende hatte Magaard noch erklärt, „eine Volksinitiative zur Landesverfassung steht für uns derzeit nicht zur Debatte“. Die Nordkirche habe stets betont, das Votum des Parlaments akzeptieren zu wollen. Die Vorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) in der CDU, Herlich Marie Todsen-Reese meinte dagegen, „Der Gottesbezug“ in Verantwortung vor Gott und den Menschen„ gehört in die neue Landesverfassung für Schleswig-Holstein! Nach der ablehnenden Entscheidung sind jetzt die Bürger am Zuge.“

CDU-Fraktionschef Daniel Günther begrüßte hingegen den Kurswechsel der Nordkirche: „Ich habe immer die Hoffnung geäußert, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Ein breites Bündnis ist auch im Sinne der CDU“, sagte Günther.

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