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Trauer um SPD-Politiker : Gert Börnsen ist tot

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Mit Kampfgeist hat er die Demokratie in Schleswig-Holstein maßgeblich mitgeprägt. Der langjährige Vorsitzende der SPD-Fraktion im Kieler Landtag, Gert Börnsen, starb am Samstag im Alter von 71 Jahren.

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erstellt am 14.Mai.2014 | 17:46 Uhr

Kiel | Einer der prägenden SPD-Politiker der 90er-Jahre im Norden ist tot. Er lebte in den letzten Jahren zurückgezogen in einem Pflegeheim. Der SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Ralf Stegner würdigte Börnsen als profilierten und streitbaren Politiker der Sozialdemokratie. „Wir trauern um einen wirklich großen Politiker des Landes Schleswig-Holstein“, sagte FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki. Börnsen führte die SPD-Fraktion von 1988 bis 1996 und war in dieser Zeit neben den damaligen Ministerpräsidenten Björn Engholm und Heide Simonis einer der wichtigsten SPD-Politiker im Norden.

Er hielt die Fraktion in den 90er Jahren in schwerster Zeit zusammen. Sie wäre fast an der sogenannten Schubladen-Affäre zerbrochen. Damals stellte sich heraus, dass führende Sozialdemokraten früher als behauptet wichtige Hintergründe der Barschel/Pfeiffer-Affäre von 1987 kannten: Sie wussten schon damals, dass der Referent Reiner Pfeiffer aus der Staatskanzlei von Ministerpräsident Uwe Barschel die Schmutzaktionen im Wahlkampf gegen Engholm betrieben hatte. Dieser trat 1993 zurück, nachdem sein frühes Wissen publik geworden war. Im Zuge innerparteilicher Auseinandersetzungen um die „Schubladen-Affäre“ verlor Börnsen dann 1995 den Kampf um die Direktkandidatur für die Landtagswahl 1996 in seinem Kieler Wahlkreis gegen den damals weithin unbekannten Jürgen Weber.

Seit 1975 war Börnsen Landtagsabgeordneter, von 1975 bis 1989 Mitglied im Landesvorstand der SPD. „Es war auch seinem Engagement zu verdanken, dass die SPD bei der Landtagswahl 1988 so gut aufgestellt und vorbereitet war, dass sie die Wahl gewann und die konservative Regierung ablösen konnte“, sagte Stegner. „Gert Börnsen war ein herausragender Parlamentarier und ein Freund klarer Worte.“

Trotz vieler harter Sachauseinandersetzungen habe Börnsen immer einen kollegialen und persönlich nie verletzenden Umgangsstil gepflegt, sagte FDP-Fraktionschef Kubicki. „Die dadurch stets offene Gesprächsebene hat es ermöglicht, auch tiefgreifende Konflikte mit menschlichem Anstand zu lösen.“ Der SSW-Fraktionsvorsitzende Lars Harms würdigte Börnsen so: „Mit seinem ausgeprägten sozialen Kompass, klaren Worten und dem Kampfgeist, mit Verve für seine Ideale zu kämpfen, hat Gert Börnsen die Sozialdemokratie in Schleswig-Holstein und im Bund über viele Jahre maßgeblich mitgeprägt“

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