Kleine Anfrage der Piraten : Gefängnisse in SH: Zwölf Hungerstreiks in fünf Jahren

In einem Fall aus 2014 verweigerte ein Häftling drei Tage lange die Nahrungsaufnahme. Es ist einer von zwölf Fällen zwischen 2010 und 2014.

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21. Juli 2015, 07:52 Uhr

Kiel | In schleswig-holsteinischen Haftanstalten hat es innerhalb von fünf Jahren (2010 bis 2014) insgesamt zwölf Hungerstreiks gegeben. Sieben davon ereigneten sich in der inzwischen geschlossenen Abschiebehaftanstalt Rendsburg, wie das Justizministerium auf eine Kleine Anfrage des Piraten-Landtagsabgeordneten Patrick Breyer mitteilte.

In einem Fall, 2014 in Neumünster, verweigerte ein Untersuchungshäftling drei Tage lang die Nahrungsaufnahme. Er sei wegen seines Strafverfahrens in einem psychischen Ausnahmezustand gewesen, hieß es.

„Ein Hungerstreik ist ein Akt der Verzweiflung“, kommentierte Breyer. Deswegen sei jeder Hungerstreik ein Alarmzeichen. Er würde sich wünschen, dass die Öffentlichkeit mehr über die Hintergründe dieser Vorfälle erfährt. „Es freut mich, dass in Schleswig-Holstein keine Zwangsernährung erfolgt“, sagte Breyer zu den Angaben des Ministeriums. „Zwangsernährung gegen den ausdrücklichen Willen der Betroffenen ist unethisch und kann sogar als Folter einzuordnen sein.“ Deswegen sollte sie ausdrücklich ausgeschlossen werden.

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