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Ingbert Liebing und Daniel Günther : Gebot Kooperation: Die neue Spitze der Nord-CDU

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Landes-CDU hofft nach der Wahl des neuen Führungs-Duos auf einen Neuanfang – doch wird es den auch geben? Ein Kommentar von Kay Müller.

shz.de von
erstellt am 06.Okt.2014 | 06:36 Uhr

Kiel | Kann es für die CDU in Schleswig-Holstein einen Neuanfang geben? Seit gestern sind die Weichen dafür zumindest personell gestellt. Die vielleicht schon letzten Hoffnungen der Partei ruhen dabei mit der Wahl des neuen Führungsduos vor allem auf dem Fraktionsvorsitzenden. Anders als der designierte Parteivorsitzende und Bundestagsabgeordnete Ingbert Liebing wird Daniel Günther das Alltagsgeschäft der Partei im Landtag leiten müssen. Zugegeben, die Fußstapfen, die sein glückloser Vorgänger Johannes Callsen hinterlassen hat, sind nicht besonders groß, die Erwartungshaltung der Parteibasis dagegen umso mehr. Die CDU will vom Chef der größten Oppositionsfraktion, dass er sie sichtbar in Konkurrenz zur in letzter Zeit wankenden Regierung von Torsten Albig positioniert. Dazu soll er diejenigen in Fraktion und Partei überzeugen, die in der Vergangenheit nicht zu seinen Anhängern gehörten.

Dabei braucht der neue Mann ein glückliches Händchen, auch für eigene Personalentscheidungen. Er muss integrieren und gleichzeitig attackieren. Er soll daran arbeiten, dass die nächste Fraktion jünger, urbaner und weiblicher wird – und es sich dabei nicht mit den überwiegend älteren, eher traditionell und ländlich geprägten Abgeordneten verscherzen.

Und auch wenn Günther gestern von entsprechenden Ambitionen nichts wissen wollte – er wird sich selbst als Spitzenkandidat für die Landtagswahl in gut zwei Jahren in Stellung zu bringen versuchen – auch gegen den designierten Parteichef Liebing, der mit 51 Jahren noch nicht zum politisch alten Eisen gehört. Auf der anderen Seite wird es ohne eine funktionierende Kooperation zwischen Partei- und Fraktionschef keinen erfolgreichen Neuanfang für die Nord-CDU geben, weil die Partei es versäumt hat, beide Ämter auf eine Person zu vereinigen.

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