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Elmau 2015 : G7-Gipfel: Wie Polizisten aus SH dem Süden helfen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wenn sich am Sonntag und Montag die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten treffen, werden sie auch von Schleswig-Holsteinern beschützt.

shz.de von
erstellt am 04.Jun.2015 | 20:19 Uhr

München/Füssen/Garmisch | Der G7-Gipfel von Elmau wirft seine Schatten voraus: Die Veranstalter fürchten gewalttätige Proteste. Die sollen verhindert werden, vor allem durch ein Polizeiaufgebot von über 19.000 Beamten – 17.000 in Deutschland, 2100 im benachbarten Tirol. Deswegen wurden auch die Grenzkontrollen an den Schengenbinnengrenzen wieder eingeführt. Um diese Kontrollen an den Grenzen zu Österreich durchzuführen, wurden Bundespolizisten aus dem gesamten Bundesgebiet nach Bayern entsandt.

In Elmau treffen sich am Sonntag und Montag die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten. Während des G7-Treffens gilt zwischen Ingolstadt und dem Brenner ein Flugverbot für Privatflugzeuge sowie für Drohnen, Drachen- und Gleitschirmflieger. Der G7 gehören neben Deutschland die USA, Kanada, Frankreich, Großbritannien, Italien und Japan an. Die sieben Länder repräsentieren ein Drittel der weltweiten Wirtschaftskraft, aber nur elf Prozent der Weltbevölkerung. Zwischen 1998 und 2014 nannte sich die Gruppe G8, weil ihr auch Russland angehörte. Wegen der Annexion der Krim wurde Russland aus dem Kreis ausgeschlossen.

Auch mehr als 30 Bundespolizisten aus Schleswig-Holstein sind dort im Einsatz – und das teilweise schon seit Pfingsten. Die Beamten, die aus Flensburg, Kiel, Bad Bramstedt, Neustadt/H., Neumünster und Brunsbüttel kommen, kontrollieren an Kontrollpunkten in Füssen den Fahrzeugverkehr, sind als Ermittler tätig oder sind mit ihrem Diensthund unterwegs.

Polizisten aus Sachsen-Anhalt überprüfen die zum Protest-Camp anreisenden Gipfel-Gegner.
Polizisten aus Sachsen-Anhalt überprüfen die zum Protest-Camp anreisenden Gipfel-Gegner. Foto: shz/dpa
 

Auch die schleswig-holsteinische Landespolizei unterstützt die bayrischen Kollegen. Vier Hundertschaften wurden zum Gipfel-Schutz nach Süddeutschland geschickt, wovon eine bereits wieder abgezogen wurde. Die verbliebenen drei Hundertschaften sollen voraussichtlich am kommenden Dienstag die Rückreise antreten. Insgesamt hat die Landespolizei Schleswig-Holstein rund 500 Polizistinnen und Polizisten nach Bayern entsandt.

Und genug zu tun haben die Beamten: Am Donnerstag läuteten die Gipfel-Gegner mit einer großen Kundgebung ihre Proteste gegen das Treffen der sieben wichtigen Industrienationen ein. Unter dem Motto „TTIP stoppen – Klima retten – Armut bekämpfen“ gingen in München nach Polizeiangaben 34.000 Menschen auf die Straße. 3000 Polizisten waren im Einsatz.

 

Zwischenfälle wurden zunächst nicht bekannt. „Es ist ein schöner, bunter Zug. Es ist alles friedlich. Das ist schön zu sehen“, zollte der Sprecher des Polizeipräsidiums München, Wolfgang Wenger, den Demonstranten Lob. Auch rund um den Tagungsort am Fuße der Zugspitze blieb es ruhig. Im Protest-Camp in Garmisch-Partenkirchen kamen zwischen 250 und 300 Menschen an. „Alles entspannt, tolles Alpenpanorama“, sagte Benjamin Ruß vom Aktionsbündnis Stop G7 Elmau zur Stimmung vor Ort.

 
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