Lübeck : Fünf Kandidaten für das Bürgermeisteramt

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Die Liste ist komplett: Eine Frau und vier Männer bewerben sich um das Amt des Lübecker Bürgermeisters.

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20. September 2011, 08:45 Uhr

Lübeck | Aussichtsreichster Kandidat ist Amtsinhaber Bernd Saxe (57), der die Verwaltung der Hansestadt seit 2000 dirigiert und bei der Direktwahl am 6. November 2011 zum dritten Mal für sechs Jahre das Amt übernehmen will. Am Freitag entscheidet der Gemeindewahlausschuss, wer für die Wahl zugelassen wird.
Geht es nach dem Willen der CDU, dann erobert erstmals in der Stadtgeschichte eine Frau das Amt. Im August hoben die Christdemokraten die ehemalige Hamburger Senatorin für Bildung und Sport, Alexandra Dinges-Dierig (58), auf den Schild. Für die Grünen tritt Landespolitiker Thorsten Fürter an (41), die Linken schicken ihren Sozialpolitiker Jens Schulz (58) ins Rennen und Ende vergangener Woche nominierte die Wählerinitiative Lübecker Bunt mit Matthias Erz (59) einen fünften Kandidaten, der sich zwar nur wenig Hoffnung machen kann, aber immerhin etwas Würze in den bislang kaum wahrnehmbaren Wahlkampf bringt. Erz, einst Bereichsleiter Öffentlichkeitsarbeit an der Trave, geriet in diesem Amt mehrfach mit Saxe aneinander. Vor acht Jahren suspendierte der Bürgermeister den Stadtsprecher gar; Erz klagte sich ins Amt zurück und blieb bis Ende 2009. Bei der Mehrzahl der Lübecker teilt Erz indessen das Schicksal der Namenlosigkeit mit dem Linken Jens Schulz. Letzterer leitet immerhin den Lübecker Sozialausschuss.
Das größte Pfund bringt Saxe mit in die Direktwahl
Bis zum vergangenen August hatte sich die CDU für die Kür ihrer Kandidatin Zeit gelassen. Ob sich Dinges-Dierig als der Coup erweist, als der er bereits bejubelt wurde, muss sich erst noch zeigen. Als Hamburger Senatorin fuhr die gebürtige Lübeckerin jedenfalls durchwachsene Erfolge ein; ganz schlecht kam ihr Vorschlag des samstäglichen Schulunterrichts an. Die Lübecker scheuchte sie erst vor ein paar Tagen mit dem Vorschlag auf, die Altstadt zur Umweltzone zu machen.
Grünen-Kandidat Fürter hat bereits selbstbewusst seine Erfahrungen und Kontakte in die Waagschale geworfen und angekündigt, die Hansestadt solle zum Leuchtturm der Energiewende werden.
Das größte Pfund allerdings bringt Saxe mit in die Direktwahl: In mehr als einem Jahrzehnt, ist der pragmatische Verwaltungschef, der sich auch gegen seinen eigenen Kreisparteiverband im Sattel hält, bekannt wie ein bunter Hund.

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