zur Navigation springen

Neue Kanalquerung : Früh geplant ist gut gebaut

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Trotz Sanierung von Rader Hochbrücke und Rendsburger Bahnbrücke muss Verkehrsminister Ramsauer schon jetzt an einen Ersatz für die Bauwerke denken. Ein Kommentar von Henning Baethge.

Auf den ersten Blick scheint Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer Recht zu haben: Warum soll er jetzt über einen völlig neuen Straßen- und Schienentunnel unter dem Nord-Ostsee-Kanal bei Rendsburg nachdenken, wenn er gerade für viel Geld die bröckelnde Rader Hochbrücke und die altersschwache Eisenbahnbrücke sanieren lässt? Die halten dann ja erst mal wieder 30 Jahre.

Eben. Genau diese 30 Jahre sind der Grund, warum Ramsauer jetzt den neuen Tunnel in Angriff nehmen sollte – und warum sein Kieler Kollege Reinhard Meyer und die Küstenampel mit ihrer Forderung nach einem raschen Planungsbeginn richtig liegen. Denn mindestens 30 Jahre drohen heute zu vergehen, bis ein Großbauwerk fertig wird.

Bestes Beispiel ist ein anderes Mammutprojekt in Schleswig-Holstein: Die A 20 samt westlicher Elbquerung bei Glückstadt wird seit 1992 geplant, damals auch „Krause-Bogen“ genannt nach dem ersten ostdeutschen Verkehrsminister der frisch wiedervereinigten Republik. 2001 dachte man im Kieler Verkehrsressort, dass der Tunnel 2011 fertig wird. Aktueller Stand: Es wird 2025 – frühestens. Zwischen ersten Plänen und der Vollendung werden also mindestens 33 Jahre ins Land gehen.

Daher ist es vernünftig, schon jetzt mit der Vorbereitung für einen neuen Tunnel unter dem Kanal zu beginnen. In 30 Jahren werden die denkmalgeschützte Eisenbahnbrücke und womöglich auch die bröselnde Rader Hochbrücke das Ende ihrer Lebenszeit erreicht haben. Da wäre es gut, wenn Ersatz bereit stünde – sonst drohen noch schlimmere Dauerstaus als jetzt schon.

Ob der Bund allerdings in den nächsten Jahren wirklich Geld für ein viertes Milliardenprojekt in Schleswig-Holstein neben A 20, Nord-Ostsee-Kanal-Ausbau und Fehmarnbelt-Projekt bereitstellen kann oder will, ist höchst fraglich. Möglich daher, dass der Kampf der Küstenampel für einen neuen Tunnel bei Rendsburg am Ende auf Kosten des neuen Tunnels bei Glückstadt geht.

zur Startseite

von
erstellt am 26.Sep.2013 | 00:31 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen