SPD : Forsch und ehrgeizig: Ralf Stegner

Familienvater Stegner: Seine Frau Sibylle und seine Söhne Simon, Tilmann und Fabian freuen sich mit dem neuen Spitzenkandidaten. Foto: Dewanger
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Familienvater Stegner: Seine Frau Sibylle und seine Söhne Simon, Tilmann und Fabian freuen sich mit dem neuen Spitzenkandidaten. Foto: Dewanger

Der Herr der Fliegen ist für sein direktes, manchmal ruppiges Auftreten bekannt - und machte sich nicht nur Freunde damit. Auch mit Landesvater Carstensen verkrachte er sich.

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14. September 2008, 06:14 Uhr

Sein forscher, von Kritikern als ruppig empfundener Führungsstil hat Ralf Stegner den Spitznamen "Roter Rambo" eingebracht. Der 48 Jahre alte Landesvorsitzende der schleswig-holsteinischen SPD beschreibt sich selbst als durchsetzungsstark. Diese Eigenschaft hat dem in Rheinland-Pfalz geborenen Harvard-Absolventen geholfen, auf der Karriereleiter nach oben zu kommen. 1990 begann der promovierte Politikwissenschaftler die Arbeit im Sozialministerium, sechs Jahre später wurde er dort Staatssekretär. Nach fünf Jahren im gleichen Amt im Kultusministerium wurde Stegner 2003 Finanzminister im damaligen rot-grünen Kabinett von Heide Simonis und galt schnell als deren "Kronprinz".
Mit der spektakulär gescheiterten Wiederwahl von Simonis nach der Landtagswahl 2005 begann auch für Stegner eine neue Etappe: In der großen Koalition übernahm er den Posten des Innenministers. Nach seiner Wahl zum SPD-Landeschef im März 2007 wurde der scharfzüngige Rhetoriker immer mehr zu Reizfigur für die CDU. Sein persönliches Verhältnis zum Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen verschlechterte sich zusehends. Im September machte Carstensen ein Festhalten an der Koalition vom Ausscheiden Stegners aus dem Kabinett abhängig. Der SPD-Landeschef musste einlenken, stellte aber zügig die Weichen neu und bahnte sich den Weg an die Spitze der SPD- Landtagsfraktion. Außerdem schaffte er den Sprung in das Präsidium der SPD.
Nicht mehr an die Kabinettsdisziplin gebunden hat Stegner auch bundesweit sein Profil als einer der Exponenten des linken SPD-Lagers gestärkt. Gern räsoniert er in Talkshows über „neoliberalen Quark“. Der passionierte Fußballer und Skatspieler lebt mit seiner Ehefrau Sibylle und seinen drei Söhnen in Bordesholm bei Kiel.

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