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Mauerfall vor 25 Jahren : Festakt in Schwerin: Albig sagt Danke

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Gemeinsam erinnerten die Regierungen aus SH und Mecklenburg-Vorpommern an den Mauerfall. Albig sprach von einem Geschenk

Schwerin | Mit einem bewegenden Festakt im Schweriner Staatstheater haben die Landesregierungen von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein am Sonntag an den Fall der Mauer vor 25 Jahren erinnert. Der 9. November 1989 sei einer der strahlendsten Momente der deutschen Geschichte und ein unvergesslicher Tag, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). Er bewundere zutiefst den Mut der vielen Menschen, die im Herbst 1989 ihr Schicksal in die eigene Hand nahmen und friedlich für Freiheit, Demokratie und die Öffnung der Grenzen demonstrierten.

Zuvor hatten in einem Ökumenischen Gottesdienst im Schweriner Dom Vertreter der evangelischen Nordkirche und der katholischen Bistümer Hamburg und Berlin des Mauerfalls gedacht. Der Landesbischof der Nordkirche Gerhard Ulrich, nannte die friedliche Revolution vom Herbst 1989 den „wunderbaren deutschen Beitrag zur Weltfreiheitsgeschichte“. Die Kirchen in der DDR hätten eine große Rolle dabei gespielt.

Sellering sagte, dass es in der DDR schweres staatliches Unrecht gegeben habe. Viele Menschen seien zu Opfern geworden. Es habe aber auch Millionen gegeben, die weder Täter noch Opfer gewesen seien, sondern unter sehr schwierigen Bedingungen viel Gutes geleistet hätten. „Wogegen sich viele im Osten ... verwahren, und ich meine zu Recht, ist, dass in der Rückschau auf die DDR pauschal alles verdammt wird, dass es nicht das kleinste bisschen Gutes gegeben haben soll.“

Der aus Nordrhein-Westfalen stammende Sellering hatte in den vergangenen Tagen mit der Äußerung, die DDR sei kein totaler Unrechtsstaat gewesen, viel Kritik geerntet.

Schleswig-Holsteins Regierungschef Torsten Albig (SPD) sprach in einer sehr persönlich gehaltenen Rede von dem Geschenk, das der Mauerfall für ihn als Westdeutschen bedeutete. Wie viele seiner Generation habe er die Teilung als Fakt hingenommen, räumte er ein. „Als ich geboren wurde, stand die Mauer.“ Viele hätten den Traum von der Wiedervereinigung nicht mehr geträumt. Albig dankte den Ostdeutschen im Namen seiner Generation. Seine Heimat sei größer geworden. „Wir sagen viel zu selten danke, dass uns die Menschen im Osten dieses Geschenk gemacht haben, dass sie diese Revolution gewagt haben.“

Zeitzeugen der Wende, wie Wismars langjährige Bürgermeisterin Rosemarie Wilcken (SPD) und der ebenfalls langjährige Landrat von Nordvorpommern, Wolfhard Molkenthin, berichteten in einer Podiumsdiskussion von der späten DDR und dem Umbruch. Hiltrud Schulz aus Schlutup erzählte, wie sie die Wende und die über die Grenze strömenden Mecklenburger erlebte. Für sie sei allerdings der 23. Dezember 1989 ein mindestens ebenso wichtiges Datum wie der 9. November, sagte sie. „An dem Tag hieß es, ab jetzt dürfen die Westdeutschen ohne Visum, Personalausweis oder so rüber.“ Noch am selben Abend seien sie und ihr Mann und viele Freunde rübergefahren nach Selmsdorf im Osten und hätten dort gefeiert.

Schauspieler und Musiker des Mecklenburgischen Staatstheaters begleiteten den Festakt mit Rock- und Popmusik aus Ost- und Westdeutschland - von Nina Hagens DDR-Kultsong „Du hast den Farbfilm vergessen“ bis zu Udo Lindenbergs „Sonderzug nach Pankow“. Erinnerungsveranstaltungen und Gedenkgottesdienst zum Mauerfall vor 25 Jahren fanden auch in vielen anderen Orten Mecklenburg-Vorpommerns statt.

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erstellt am 09.Nov.2014 | 17:22 Uhr

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