zur Navigation springen

Feste Querung : Fehmarnbelt-Tunnel: Deutschland und Dänemark beantragen EU-Mittel

vom

Mit der Belt-Querung geht es voran: Ein Antrag ist eingereicht, die Bahn untersucht die Umwelt der geplanten Bahntrasse.

shz.de von
erstellt am 26.Feb.2015 | 15:47 Uhr

Deutschland und Dänemark haben einen gemeinsamen Antrag auf EU-Fördermittel für die feste Fehmarnbelt-Querung an die Europäische Kommission gesendet. Dies teilte das dänische Verkehrsministerium mit. Beantragt werden EU-Fördermittel für die Bauphase des Fehmarnbelt-Tunnels von 2016 bis 2020. Der Antrag wurde demnach am Mittwoch - einen Tag nach dem Treffen des deutschen und dänischen Verkehrsministers zur Fehmarnbelt-Querung- von beiden Ländern gemeinsam eingereicht. Er wird von Schweden und einer Reihe Organisationen unterstützt.

Laut aktuellen Schätzungen erhöhen sich die Kosten sowohl für den von Dänemark zu zahlenden Tunnel als auch für die deutsche Schienenanbindung. Für den Tunnel würden demnach statt 5,5 Milliarden Euro 6,6 Milliarden fällig. Die Gleise in Deutschland kosten statt 850 Millionen Euro voraussichtlich zwei Milliarden, da eine ganz neue Trasse gebaut wird. In SH führten die neuen Probleme bei der Planung und Finanzierung zum Streit in der Koalition. Während SPD-Verkehrsminister Reinhard Meyer den Schienenausbau zum geplanten Belttunnel vorantrieb, wächst der Widerstand bei den Koalitionspartnern Grünen und SSW. „Alle Planungsressourcen und Finanzmittel von Bund und Land sollten auf die Bahn- und Straßenverbindung über den Nord-Ostsee-Kanal gelegt werden“, sagte Grünen-Fraktionsvize Rasmus Andresen. Der Ersatz der Rader Hochbrücke und die Erneuerung der Rendsburger Bahnbrücke seien „für die Wirtschaftskraft des Landes und die grenzüberschreitenden Beziehungen viel wichtiger als die Fehmarnbelt-Querung“.

Die EU-Kommission habe die Planungsphase bereits mit dem Höchstbetrag gefördert, sagte Dänemarks Transportminister Magnus Heunicke. „Für die wirtschaftliche Gesamtgrundlage des Projekts ist es jedoch wichtig, dass die EU auch Fördermittel für die Bauphase zur Verfügung stellt.“

Darüber hinaus wurde dem dänischen Parlament Folketing wie geplant der Entwurf für ein Gesetz über den Bau und den Betrieb einer festen Querung über den Fehmarnbelt vorgelegt.

Auch auf deutscher Seite geht es voran: Die Deutsche Bahn teilte am Donnerstag mit, sie wolle mit detaillierten Umweltuntersuchungen herausfinden, wie sich die Schienenanbindung der festen Fehmarnbelt-Querung im ostholsteinischen Hinterland auf die Umwelt auswirkt. Es sollen die Folgen des Infrastrukturprojekts unter anderem auf Menschen, Tiere, Pflanzen, die biologische Vielfalt, Boden und Wasser untersucht werden, wie die Bahn am Donnerstag in Hamburg mitteilte. Dies sei Teil der Entwurfs- und Genehmigungsplanung. Ergebnisse würden in die Trassenplanung einfließen, wie eine Sprecherin sagte.

Derzeit suchen Experten und Gutachter nach Winterquartieren von Fledermäusen in Baumhöhlen. Auch die Niststätten von Eulen und Greifvögeln werden kartiert. Von März an wollen die Biologen die Amphibienwanderung beobachten und sich auf die Suche nach frühbrütenden Vögeln machen. Die Spezialisten sollen alle relevanten Habitatstrukturen der ansässigen Tiere verzeichnen, ebenso die Pflanzenarten.

Die Tier- und Pflanzenwelt werde eine vollständige Vegetationsperiode lang erfasst, teilte die Bahn weiter mit. Je nach Art erfolgt die Kartierung tagsüber oder nachts. Auch die Witterung spielt den Angaben zufolge eine große Rolle: So können Libellen nur bei Sonne und Windstille vernünftig erfasst werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen