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Kommentar : Fehlende Kita-Plätze: Soll die Frau ins Haus oder zur Arbeit?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Familienpolitik ist ein Symptom der Unentschlossenheit der Bundesdeutschen, kommentiert Redakteurin Katrin Emse.

von
erstellt am 07.Feb.2015 | 19:13 Uhr

In Schleswig-Holstein fehlen Hunderte Betreuungsplätze für Kinder – was nicht allein den Kommunen anzulasten ist. Verantwortlich ist vor allem der Bund, der ein Gesetz formuliert, wonach alle Kinder einen Rechtsanspruch auf frühkindliche Bildung haben, den Rest dann – geschmückt mit einem kleinen finanziellen Feigenblatt – den Kommunen überlässt.

Diese Art der Politik ist ein Symptom für die Unentschlossenheit der Bundesdeutschen, welchen Weg sie in der Familienpolitik nun eigentlich verfolgen wollen. Wollen sie weiterhin die Hausfrau und Mutter, die dem arbeitenden Manne den Rücken frei hält? Oder wollen sie Frauen, die wie die Männer arbeiten gehen? Wohlgemerkt: Beide Lebensmodelle sind Frau für Frau vollkommen legitim und absolut gleichwertig.

Doch eine Deutsche hat keine Wahl – und klemmt dabei auch noch zwischen den Systemen fest. Auf der einen Seite erhalten die Männer heute nämlich nicht mehr die Löhne, mit denen sie entspannt eine ganze Familie ernähren können. Da wird dann immer davon gesprochen, dass heute doch bitteschön beide verdienen sollen. Auf der anderen aber ist das gesamte Kindergarten- und Schulsystem darauf ausgerichtet, dass die Frau daheim bleibt. Und da beginnt dann die Quadratur des Kreises, die für viele Frauen in Teilzeitstellen endet, die ihnen am Ende ihres Lebens eine mickrige Rente bescheren.

Die Politik in Deutschland muss sich also endlich entscheiden: Soll die Frau ins Haus oder zur Arbeit? Denn es müssen Entscheidungen getroffen werden – vom Betreuungsplatz für Kinder über den für Pflegebedürftige (für die bis heute auch viele Frauen schweigend einstehen) bis hin zum Steuer- und Rentensystem.

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