Unterstützung für SH : Fast eine Viertelmilliarde Euro für den Arbeitsmarkt

In den kommenden sieben Jahren unterstützt werden – mit EU- und Landesmitteln sowie Geldern der Agentur für Arbeit und von privaten Trägern soll der Arbeitsmarkt in SH.

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04. Juli 2014, 11:47 Uhr

Kiel | Zur Unterstützung der Beschäftigung stehen in Schleswig-Holstein in den nächsten sieben Jahren 240 Millionen Euro zur Verfügung. Damit sei das Land gewappnet für die Herausforderungen auf dem jetzigen und künftigen Arbeitsmarkt, sagte Arbeitsminister Reinhard Meyer (SPD) am Freitag in Kiel. Es gehe um die Sicherung und Gewinnung von Fachkräften, die Unterstützung von Menschen, die es am ersten Arbeitsmarkt besonders schwer haben und um die Förderung junger Menschen.

89 Millionen Euro steuert die EU über ihren Sozialfonds bei. In der letzten Förderperiode waren es noch rund 100 Millionen Euro. Hinzu kommen Landesmittel in Höhe von 64 Millionen Euro sowie Gelder der Agentur für Arbeit und von privaten Trägern. „Es ist wichtig, Schwerpunkte zu setzen“, sagte Meyer angesichts des Rückgangs bei den Fördermitteln. Mehr Beschäftigung und neue Fachkräfte, mehr soziale Inklusion und Armutsbekämpfung, mehr Investitionen in Bildung und lebenslanges Lernen seien die Eckpfeiler des neuen Arbeitsmarktprogramms der Landesregierung.

Ein Schwerpunkt ist nach Angaben Meyers die Förderung der Beschäftigung und Mobilität von Arbeitskräften. Dafür gibt es bis 2020 knapp 30 Millionen Euro aus dem EU-Sozialfonds. 18 Millionen Euro sollen genutzt werden, um die soziale Inklusion zu unterstützen und Armut zu bekämpfen. Etwa 44 Millionen Euro fließen zu einem Großteil in die Bildung.

Im Hinblick auf die Mittelverteilung sagte der Minister, vor allem ein Ideenwettbewerb zu neuen Wegen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sei mit 37 Anträgen aus allen Regionen des Landes auf große Resonanz gestoßen. Neben erfahrenen Projektträgern habe es dabei viele neue Antragsteller gegeben. Hier geht es um Angebote, mit denen Langzeitarbeitslose im Alter von über 25 Jahren stabilisiert, qualifiziert und in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden sollen.

Als weitere Beispiele für kreative Projekte nannte Meyer die Wiedereingliederung Alkoholkranker in den Arbeitsmarkt nach stationärer Entgiftung, die Umwandlung von Minijobs in sozialversicherungspflichtige Jobs und besondere Maßnahmen für Migranten. Auch die Beschäftigungsquote von Frauen solle steigen. Ab August sollen die ersten zehn Projekte starten, Laufzeit zwei Jahre. Er rechne damit, dass die EU das Landesprogramm im Herbst bestätigen wird, sagte der Minister. Um Förderlücken zu vermeiden, habe sich das Land dazu entschieden, schon vor der offiziellen Programmgenehmigung eine Reihe von Vorhaben auf den Weg zu bringen. „Wenn es nötig wird, finanzieren wir die Projekte in den ersten Monaten aus Landes- und privaten Mitteln vor“, sagte Meyer.

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