Geschlossene Mädchenheime : Fall „Friesenhof“: Albig nimmt Alheit gegen Kritik in Schutz

Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) lobt das Vorgehen der Sozialministerin im Fall „Friesenhof“.
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Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) lobt das Vorgehen der Sozialministerin im Fall „Friesenhof“.

Nach dem Skandal um den Fall „Friesenhof“ wurde Kritik an Sozialministerin Alheit laut. Jetzt nimmt Albig sie in Schutz.

shz.de von
28. Juni 2015, 10:55 Uhr

Kiel | Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig hat das Krisenmanagement von Sozialministerin Kristin Alheit (beide SPD) im Fall „Friesenhof“ gelobt. Die Einschaltung der Staatsanwaltschaft sei der richtige Schritt, sagte Albig. „Es geht dabei – milde formuliert – um sehr ungewöhnliche Ungereimtheiten in der Aktenführung.“ Alheit hatte zuvor Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Es soll um das Löschen von E-Mails und einen verschwundenen Vermerk gehen.

In den drei Häusern des „Friesenhofs“ waren bis zur Schließung Mädchen und junge Frauen – auch aus Hamburg – mit schweren psychischen Problemen, Verhaltensauffälligkeiten oder krimineller Vergangenheit untergebracht. Im zweiten Halbjahr 2014 hatten Mädchen, aber auch zwei ehemalige pädagogische Mitarbeiter, massive Vorwürfe über erniedrigende pädagogische Methoden erhoben – etwa, dass sich die Mädchen nach ihrer Ankunft nackt vor männlichem Personal ausziehen müssten.

Ministerpräsident Albig sprach von komplexen Sachverhalten mit schwierigen Entscheidungen. „Da können Fehler entstehen. Wir werden sehen, wem etwas vorzuwerfen ist und wem nicht.“ Daraus müssten die richtigen Lehren gezogen werden. „Und das wird die Ministerin tun.“ Er könne „überhaupt keine Schwächung“ der Sozialministerin erkennen, sagte Albig.

Die Opposition wirft dem Ministerium und Alheit Missmanagement vor. Es sei zu spät und unzureichend im Fall „Friesenhof“ reagiert worden.

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