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Statt A20 : Fähre oder Tunnel: Grüne fordern Elbquerung bei Brunsbüttel

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Neuer Vorstoß der Grünen für eine westliche Elbquerung: Statt der A20 will der SPD-Koalitionspartner bestehende Bundesstraßen ausbauen. In Brunsbüttel soll es über die Elbe gehen. Die Abfuhr kommt prompt.

Brunsbüttel | Schleswig-Holsteins Grüne setzen bei der geplanten westlichen Elbquerung auf eine Erweiterung bestehender Bundesstraßen statt den Weiterbau der Autobahn 20 westlich der A7. „Trotz starker Unterstützung durch große Teile in Politik und Wirtschaft tritt der Weiterbau der A20 ab Bad Segeberg mit Elbquerung bei Glückstadt seit Jahren nahezu auf der Stelle“, sagte Landeschefin Ruth Kastner am Donnerstag. Die Grünen-Variante sei kostengünstiger, umweltfreundlicher und ließe sich schneller realisieren. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) lehnte die Pläne aber bereits ab.

Die Grünen-Variante sieht im Kern einen vorwiegend dreispurigen Ausbau der B206 ab der A7 bis Itzehoe, eine Umgehung von Wrist sowie von Itzehoe und einen Anschluss an die B5 nach Brunsbüttel vor, wo der Verkehr die Elbe queren soll. „Für eine Elbquerung Brunsbüttel-Cuxhaven gibt es zwei Optionen: Eine Fährverbindung oder auch ein Tunnel“, sagte der Grünen-Verkehrspolitiker Andreas Tietze.

Auf niedersächsischer Seite bestünde bei Cuxhaven ein Anschluss an die bereits bestehende A27, sagte Tietze. „Die 700 Millionen Euro teure und neue Teilstrecke der A20 südlich der Elbe bis Bremerhaven wäre damit überflüssig. Auch wenn ein Tunnel bei Brunsbüttel gut 200 Millionen teurer wäre als jener bei Glückstadt, entstünde noch immer eine Einsparung von 500 Millionen Euro.“ 

Verkehrsminister Meyer begrüßte es zwar, dass sich der SPD-Koalitionspartner ernsthafte Gedanken zum Thema westliche Elbquerung mache. „Das ist schon mal ein Fortschritt“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Für die Landesregierung habe jedoch die bestehende Planung mit einem Weiterbau der A20 bis Glückstadt Priorität, weil diese zu höheren Verkehrsentlastungen führe. „Wir verlieren sehr viel Zeit, wenn wir das alles neu in die Planung geben würden.“ Er sehe zwar einen Vorteil bei der Nutzung bestehender Trassen. „Aber das ist eine Alternative, die einfach zu spät kommt.“ 

Scharfe Kritik an den Vorstellungen der Grünen gab es von der Opposition. CDU-Landeschef Reimer Böge forderte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD), jede Verhandlung über die Grünen-Pläne zu verweigern. „Mit diesem vergifteten Angebot wollen die Grünen die westliche Elbquerung beerdigen und die A20 endgültig verhindern“, sagte er. Der CDU-Verkehrspolitiker Hans-Jörn Arp nannte Tietzes Kostenrechnungen „völlig aus der Luft gegriffen“. Sein FDP-Kollege Christopher Vogt warf den Grünen Scheinheiligkeit vor: „Die Grünen haben den A20-Weiterbau viele Jahre erst politisch, dann juristisch nach Kräften blockiert, verzögert und verteuert und beklagen nun, dass die A20 nicht vorangekommen und so teuer geworden ist“, sagte er.

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Valerie Wilms betonte, in der Verkehrspolitik sei ein Paradigmenwechsel erforderlich. „Die begrenzten zur Verfügung stehenden Geldmittel müssen dringend in den Erhalt der vorhandenen Verkehrswege gesteckt werden“, sagte sie.

Landeschefin Kastner sprach sich für einen Ausbau entlang bestehender Landes- und Bundesstraßen sowie die Meidung sensibler Gebiete aus. „Oft reichen bei mäßigem Verkehrsaufkommen drei Spuren zum wechselseitigen Überholen.“ Notwendig sei ein „Infrastrukturfrieden“. Hintergrund des Grünen-Vorstoßes ist ein entsprechender Parteitagsbeschluss vom Mai.

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erstellt am 28.Aug.2014 | 13:39 Uhr

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