Kritik an Schulausbildung : Fachhochschulen in SH klagen: Neuen Studenten fehlt Allgemeinbildung

Studenten der Europa-Universität Flensburg während einer Vorlesung im Audimax.
Studenten der Europa-Universität Flensburg während einer Vorlesung im Audimax.

Gehört Nachhilfe in Mathe und Deutsch zum Studium dazu? Die FH-Präsidien sehen nicht nur in diesen Fächern Defizite.

Margret Kiosz von
23. Februar 2015, 08:33 Uhr

Kiel | Werden Schleswig-Holsteins Studenten immer dümmer oder die Schulausbildung immer schlechter? Diese Frage bewegt offenbar die Rektoren der Fachhochschulen im Norden. „Schule und Politik werden aufgefordert, das Niveau nicht noch weiter zu senken, sondern dem gesellschaftlichen Anspruch an eine angemessene Schulausbildung gerecht zu werden“, heißt es in einem Positionspapier der schleswig-holsteinischen Fachhochschulpräsidien.

Angesichts verkürzter Schulzeiten und fehlenden Zivil- oder Ersatzdiensten stellen die FH-Präsidien „zunehmend fachliche und persönliche Defizite bei unseren Studienanfängern fest“. Es gehöre nicht zu den Aufgaben von Fachhochschulen, Defizite aus der Schulausbildung etwa in Mathematik, Sprachen, Rechtschreibung zu kompensieren.

Zugleich beklagen die FH-Präsidenten, dass die Studiengänge an ihren Hochschulen momentan aufgrund gesellschaftlicher Entwicklungen stark nachgefragt werden, die Ausstattung mit Personal und Räumen mit dieser Entwicklung aber nicht Schritt hält. Die Folge: „Der Hochschulalltag ist von Masse statt Klasse geprägt“, so die Klage der Professoren.

„Masse statt Klasse“ und „Selbstausbeutung des Kollegiums“ seinen aber keine zukunftsfähigen Modelle. Die Hochschulpaktmittel müssen daher auch bei abnehmenden Studierendenzahlen angepasst werden. Bei den Betreuungsrelationen an den Fachhochschulen sollte Schleswig-Holstein zumindest die Werte des Bundesdurchschnittes anstreben.

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