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Präsenzpflicht an Hochschulen : Fachhochschul-Präsident fordert Neuregelung der Anwesenheitspflicht

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Eine Anwesenheitspflicht im Hörsaal könnte einige Prüfungen unnötig machen, sagt der Chef der Rektorenkonferenz Udo Beer.

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2017 | 06:58 Uhr

Kiel | Seit knapp zwei Jahren dürfen Studenten an Unis und Fachhochschulen in Schleswig-Holstein Lehrveranstaltungen fernbleiben. Der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz hofft nach dem Regierungswechsel auf ein Umdenken. „Wenn das Hochschulgesetz überarbeitet wird, sollte die Frage der Anwesenheitspflicht neu geregelt werden“, sagte der Kieler Fachhochschul-Präsident Udo Beer. Bereits vor einem Jahr hatte er die Wiedereinführung der Anwesenheitspflicht in Lehrveranstaltungen gefordert, war damit bei der SPD-geführten Landesregierung aber gescheitert.

In der Jamaika-Koalition ist nun mit Karin Prien eine CDU-Politikern Wissenschaftsministerin. CDU, Grüne und FDP haben im Koalitionsvertrag vereinbart, die Aufhebung der Präsenzpflicht zu prüfen. „Aus meiner Sicht ist die Studien-Abbrecherquote an den schleswig-holsteinischen Hochschulen zu hoch“, sagte Prien. Die Landesregierung wolle gemeinsam mit Hochschulen, Studentenwerk, Arbeitsagentur und auch Schulen einen Aktionsplan für ein erfolgreiches Studium erarbeiten. „Deshalb ist es wichtig, die bestehenden Rahmenbedingungen für ein Studium unter die Lupe zu nehmen.“

Beer geht die jetzige Regelung zu weit. „Im Rahmen der Subsidiarität, können die Hochschulen die Frage, ob sie es für notwendig erachten, eine Anwesenheitspflicht zu bestimmen, kompetenter entscheiden als der abstrakte Gesetzgeber“, sagte er.

Er wehrt sich zudem gegen Vorwürfe, die Unis und Fachhochschulen würden zu oft und zu viel prüfen. „Aus dieser Falle kommen die Hochschulen nur heraus, wenn sie sich auf andere Weise vergewissern könnten, wie der Kompetenzgewinn der Studierenden fortschreitet“, sagte Beer. „Ein Mittel könnte gemeinsames Lernen an einem Ort zur gleichen Zeit sein.“

Selbst gesprochen hat er mit der neuen Wissenschaftsministerin Prien noch nicht. „Es gab dafür aber auch noch keine richtige Gelegenheit.“ Der FH-Präsident rechnet fest mit einer zumindest kleineren Hochschulreform unter der neuen Regierung.

Ende 2015 hatte die alte Koalition aus SPD, Grüne und SSW mit ihrer Hochschulreform den Wegfall der Präsenzpflicht für Studenten an Universitäten und Fachhochschulen beschlossen.

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