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Landtagswahl 2017 in SH : Experte rechnet mit höherer Wahlbeteiligung in SH

vom

Brexit, Trump und AfD werden viele traditionelle Wähler wieder an die Urne locken, prophezeit Politikwissenschaftler Joachim Krause.

shz.de von
erstellt am 29.Apr.2017 | 10:17 Uhr

Kiel | Zur Landtagswahl in Schleswig-Holstein am 7. Mai rechnet der Politikwissenschaftler Joachim Krause wie zuvor in anderen Ländern mit einer spürbar höheren Wahlbeteiligung. Nach der Brexit-Entscheidung und der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten würden auch im Norden viele traditionelle Wähler von CDU, SPD und FDP wieder an die Urnen gehen, sagte Krause der Deutschen Presse-Agentur.

Die Wahlbeteiligung sei überall auch dort gestiegen, wo erstmals die AfD antrat. „Ob das weiter anhält, bleibt abzuwarten, weil sich die AfD ja gerade im Zustand der Selbstzerfleischung befindet.“ Krause zufolge wird die Wahlbeteiligung jedoch nicht ganz so deutlich steigen wie anderswo, weil erstmals auch 16-Jährige mitwählen dürfen. „Die Wahlbeteiligung ist bei jüngeren Leuten deutlich geringer als bei älteren“, erläuterte der Politologe. „Das wird dazu führen, dass die Beteiligung um ungefähr ein bis zwei Prozentpunkte niedriger ausfallen wird als ohne diese Regelung.“ Bei der Landtagswahl 2012 hatten im Norden nur 60,2 Prozent der Berechtigten ihre Stimme abgegeben.

Dass eine höhere Wahlbeteiligung der AfD nutzen wird, ist aus Krauses Sicht angesichts der personellen Turbulenzen in der Partei nicht absehbar. „Angesichts der Selbstzersetzungstendenzen bin ich mir nicht mehr sicher, ob sie profitieren wird“, sagte er. „Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass sie an der Fünf-Prozent-Klausel scheitern wird, weil die potenziellen Wähler so verunsichert sind darüber, was diese Partei eigentlich ist und darstellt.“ Deshalb sei eine klare Aussage dazu derzeit nicht möglich.

Wegen des Erschreckens traditioneller CDU- und SPD-Wähler über das Erstarken des Rechtspopulismus hält es Krause für möglich, dass Grüne und Linke, die ihre eigene Anhängerschaft oft stärker mobilisieren können als die Volksparteien, nicht von einer höheren Wahlbeteiligung profitieren werden. Als Nutznießer seien vielmehr CDU und SPD zu erwarten. „Die Volksparteien hatten am meisten unter dem Rückgang der Wahlbeteiligung zu leiden.“

Hier geht es zu unserer Themenseite zur Landtagswahl 2017 in SH.

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