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Extremismus in Schleswig-Holstein : Experte im Video: Warum werden Jugendliche zu Salafisten?

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Mehr als 230 Salafisten leben in Schleswig-Holstein. Wie kann man die Entwicklung stoppen? Ein Extremismus-Experte gibt Antworten.

Kiel | In Deutschland leben derzeit nach Einschätzung des Verfassungsschutzes 1100 gewaltbereite Islamisten. 430 Personen würden als so gefährlich angesehen, dass ihnen jederzeit eine schwere Straftat zuzutrauen sei, sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, dem Sender MDR. Deutschland stehe schon seit Jahren im Fokus von IS und Al-Kaida. Durch den Einsatz von Bundeswehr-Aufklärungstornados in Syrien werde sich das noch verstärken. Die Gefährdungslage bleibe unverändert hoch.

Als Hochburgen für radikalislamische Extremisten gelten in Schleswig-Holstein Neumünster, Kiel, Lübeck, Flensburg sowie der Hamburger Rand. Politiker bezeichnen die Entwicklung als „besorgniserregend“ - FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki  plädierte dafür, den Verfassungsschutz personell aufzustocken.

Auch in Schleswig-Holstein gibt es Salafisten. Das sagt einer, der es wissen muss: Tobias Meilicke ist Berater für das Landesprogramm gegen religiös motivierten Extremismus und Teammitglied von PROvention. Er kennt die Gründe, warum junge Menschen sich ihnen anschließen. Es seien weniger religiöse, sondern mehr soziale Motive, die die Jugendlichen dazu bringen, sich den radikalen Gruppierungen anzuschließen. „Es geht dabei zum Beispiel um Geborgenheit, die in der Familie vermisst wurde“, erzählt Meilicke.

Auch fehlende Anerkennung spielt eine Rolle. Um die Jugendlichen zu ködern, würden diese Gruppen die Jugendlichen im Internet gezielt ansprechen. Darüber, und auch an wen man sich wenden kann, wenn man sich zum Salafismus hingezogen fühlt, spricht er im Video.

Hans-Georg Maaßen forderte indessen neu ankommende Flüchtlinge auf, Informationen über mögliche Terroristen weiterzugeben. „Das ist keine Denunziation. Wir sind einfach darauf angewiesen zu wissen, was gefährlich sein kann für die innere Sicherheit in unserem Land.“ Maaßen wies in der „Mittelbayerischen Zeitung“ auf Versuche von Salafisten hin, unter Flüchtlingen in Deutschland „neue Anhänger zu missionieren und zu rekrutieren“.

Dem Verfassungsschutz seien mehr als 150 solcher Vorgänge bekannt geworden, die im Umfeld von Flüchtlingsunterkünften stattfanden. Sorge bereite auch die starke Zunahme der Zahl der Salafisten. „In Deutschland zählen aktuell über 8350 Personen zu den Salafisten. Damit ist die Zahl in den letzten Monaten rasant angestiegen. Ende September waren es noch 7900“, erklärte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz.

 

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erstellt am 11.Dez.2015 | 14:14 Uhr

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