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Kampf gegen IS : Eutiner Soldaten vor Einsatz in Mali - Tornados aus Jagel bald über Syrien?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Verteidigungsministerin von der Leyen verstärkt die Bundeswehrtruppe in Westafrika. Ein bedrohlicher Einsatz.

Deutschland wird seinen Militäreinsatz im westafrikanischen Mali deutlich ausweiten und damit Frankreich für den Kampf gegen die Terror-Organisation IS entlasten. Das kündigte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am Mittwoch in Berlin an. Die CDU-Politikerin will Anfang nächsten Jahres 650 Soldaten der Bundeswehr in den Norden Malis schicken. Sie sollen im Zuge der UN-Mission Minusma helfen, ein Friedensabkommen zwischen der malischen Regierung und den Tuareg-Rebellen in der Region durchzusetzen. Den Kern des Einsatzverbandes sollen voraussichtlich knapp hundert Soldaten aus dem Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ in Eutin bilden.

Zwar wollte ein Sprecher von der Leyens die Beteiligung der Eutiner am Mittwoch noch nicht bestätigen, dementierte sie aber auch nicht. Zudem hieß es aus dem Ministerium, vor allem das Eutiner Bataillon verfüge über die nötige Ausrüstung für den Einsatz – wie den Spähwagen „Fennek“ oder die Aufklärungsdrohne „Luna“. Der ostholsteinische Bundestagsabgeordnete und CDU-Verteidigungspolitiker Ingo Gädechens hatte schon vor einem Monat gesagt, dass eine „maßgebliche Beteiligung von Eutiner Soldaten“ an der Aufstockung der Kräfte in Mali „relativ groß“ sei.

Der Einsatz dürfte einer der bedrohlichsten der Bundeswehr werden. Das Verteidigungsministerium stuft die Sicherheitslage im Norden Malis in der Region um Gao als „gefährlich“ ein. Wehrexperte Gädechens geht von einer „ähnlichen Situation wie in Afghanistan aus“. Zwar wird die Bundeswehrtruppe vor allem für Aufklärung und Logistik zuständig sein, muss sich aber auch selbst gegen Angriffe schützen. Denn die Truppen der UN-Mission Minusma sind in zweieinhalb Jahren mehrmals Ziel von Anschlägen geworden. 56 Blauhelmsoldaten sind dabei schon ums Leben gekommen.

Zugute kommt den Eutinern bei ihrem Einsatz, dass sie zu den Bundeswehreinheiten mit der größten Auslandserfahrung gehören. Seit 1997 waren die Späher im zweijährigen Rhythmus auf dem Balkan und seit 2003 fünfmal in Afghanistan. Nächstes Jahr steht nun die bisher größte Herausforderung bevor: Nicht nur wartet der Einsatz in Mali auf die Soldaten. Vielmehr wird auch eine Kompanie ins Kosovo entsandt. Zudem gehen 20 Aufklärer vier Monate lang zur Sicherung des Feldlagers ins afghanische Masar-e Sharif.

In Mali ist die Bundeswehr bisher mit 200 Soldaten für eine EU-Ausbildungsmission im relativ sicheren Süden vertreten. An der deutlich gefährlicheren UN-Mission im Norden nehmen dagegen derzeit nur zehn deutsche Soldaten im Hauptquartier in der Hauptstadt Bamako teil.

Ministerin von der Leyen kündigte am Mittwoch zudem an, dass die Bundeswehr auch die Hilfe für die kurdischen Peschmerga-Kämpfer verstärken wird, die im Irak gegen den IS vorgehen. Für die Ausbildung der Krieger will sie künftig bis zu 150 Soldaten entsenden statt wie bisher 100.

Ferner erwägt die große Koalition offenbar sogar, die Franzosen bei den Luftangriffen auf den IS in Syrien und Irak zu unterstützen – und zwar durch Aufklärungsflugzeuge vom Typ „Tornado“. Diese Jets sind in Jagel bei Schleswig stationiert. Mittwochabend war ein Gespräch von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Frankreichs Präsident François Hollande in Paris geplant. Regierungssprecher Steffen Seibert schloss nicht aus, dass es dabei um „Tornados“ gehen könnte. Er sagte aber auch, dass Deutschland schon jetzt stark im Kampf gegen den IS engagiert sei.

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erstellt am 25.Nov.2015 | 21:10 Uhr

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