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Demografischer Wandel in SH : Erstes Demografie-Forum der Landesregierung in Neumünster

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Veröden Landstriche in Schleswig-Holstein wegen der Überalterung der Gesellschaft? Schleswig-Holstein sucht Gegenstrategien. Die Landesregierung hat zum ersten Demografie-Forum nach Neumünster eingeladen.

shz.de von
erstellt am 05.Nov.2014 | 08:11 Uhr

Neumünster | Die Negativ-Szenarien des demografischen Wandels im Norden sind drastisch: Die Bevölkerung altert, Nachwuchs bleibt aus, Junge ziehen weg, Schulen schließen, die Kneipe ist dicht, der Landarzt geht in den Ruhestand. Die Landesregierung will dem entgegenwirken und hat am Mittwoch in der Stadthalle Neumünster zum ersten Demografie-Forum eingeladen. Rund 200 Gäste aus den Bereichen Politik, Soziales, Wirtschaft und Gesundheit werden erwartet. Aus zahlreichen Regionen und Bereichen werden Modelle und Projekte für eine positive Entwicklung vorgestellt. Zur Eröffnung spricht Ministerpräsident Torsten Albig (SPD).

Bereits 2011 hat das Statistikamt Nord eine Prognose bis 2025 erstellt – mit teils alarmierenden Zahlen. Die Zahl der Kinder im Grundschulalter soll bis 2020 um 14 Prozent sinken, in Steinburg bis 2025 sogar um 27 Prozent. Die Einwohnerzahl in Schleswig-Holstein sinkt ab 2015 bis 2025 um rund 43.000 (1,5%) auf rund 2.789.000. Dabei ist die Entwicklung regional unterschiedlich. Kiel, Flensburg und der Hamburger Rand werden wachsen, Steinburg und Dithmarschen werden bis 2015 über 7 Prozent verlieren, Pellworm 25 Prozent. Laut früheren Prognosen aus dem Innenministerium sinkt der Anteil der unter 20-Jährigen von 2010 bis 2025 auf unter 17 Prozent. Die über 60-Jährigen legen auf 35 Prozent zu. Die Zahl der Erwerbspersonen zwischen 15 und 70 Jahren wird um etwa 55.000 zurückgehen. Die Industrie klagt schon jetzt über Fachkräftemangel.

Auf dem Forum in Neumünster werden Projekte aus ganz Schleswig-Holstein präsentiert, die zeigen sollen, „wie der demografische Wandel erfolgreich gestaltet werden kann“. Dabei geht es unter anderem um die Bereiche medizinische Versorgung, Wohnen, Verkehr und Lernen. Die Landesplanung arbeitet an einem Landesentwicklungsplan, der ab 2017 greifen soll. Gleichwertige Lebensverhältnisse sind das erklärte Ziel.

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