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Interaktive Karte : Erstaufnahme: Hier kommen Flüchtlinge in SH an

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Aus der Onlineredaktion

Schleswig-Holstein rüstet sich für die Menschen in Not, die hier Asyl suchen. Wo es bereits Erstaufnahmeeinrichtungen gibt – und wo weitere geplant sind.

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erstellt am 11.Sep.2015 | 12:41 Uhr

25.000 Menschen – mit so vielen Flüchtlingen rechnet Schleswig-Holstein im Jahr 2015 (Stand: August), wahrscheinlich werden es noch mehr. Im vergangenen Jahr waren es noch nur 7620. Das Land stößt bei der Unterbringung vor allem bei der Erstaufnahme an seine Grenzen. Bis April wurden die ankommenden Flüchtlinge nur in der ehemaligen Scholtz-Kaserne untergebracht. Doch der Platz für 1900 Menschen reicht schon lange nicht mehr aus.

Wo werden die Flüchtlinge mittlerweile überall untergebracht? Und wo entstehen neue Unterkünfte? Eine Übersicht:

rot = bestehende Erstaufnahmeeinrichtungen, blau= Übergangserstaufnahmeeinrichtungen, gelb = Einrichtungen in Planung

Bislang gibt es drei dauerhafte Erstaufnahmeeinrichtungen – in Neumünster, der Außenstelle Boostedt und in Albersdorf. Vier weitere Standorte sind in Planung – in Kiel (Bremerskamp), Flensburg, Lübeck und Heide. Die Grundidee dabei ist, dass die Wohngebäude – so bald die Flüchtlingszahlen wieder zurückgehen – zu Studentenwohnheimen umfunktioniert werden. Die neuen Erstaufnahmeeinrichtungen werden allerdings erst frühestens Ende 2016 fertig sein. Bis dahin gibt es mehrere Übergangsaufnahmeeinrichtungen in der Nähe. So könne das erforderliche Personal bereits gewonnen und im Anschluss in die dauerhaften Einrichtungen übertragen werden, heißt es vom Innenministerium in Kiel.

Außerdem gibt es Spekulationen über neue Erstaufnahmeeinrichtungen im Kreis Stormarn oder dem Herzogtum Lauenburg. Man führe noch Gespräche über geeignete Grundstücke oder Gebäude, bestätigte SPD-Innenminister Stefan Studt am Mittwoch gegenüber den Lübecker Nachrichten. Ob die Einrichtung am Ende in Reinfeld, Bad Oldesloe, Schwarzenbek oder in einem anderen Ort entstehe, sei noch nicht endgültig entschieden. Fest stehe, dass sie in einer Stadt mit guter Straßen- und Bahnanbindung entstehen soll.

Fragen und Antworten zur Erstaufnahme von Flüchtlingen:

Wer kommt in die Erstaufnahmeeinrichtungen in SH?

Asylsuchende werden innerhalb Deutschlands nach dem jeweils geltenden Königsteiner Schlüssel gleichmäßig auf die Bundesländer verteilt. Derzeit nimmt Schleswig-Holstein rund 3,3 Prozent aller Menschen, die eine politische Verfolgung geltend machen, auf.

Laut Verzeichnis des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge müssen Flüchtlinge aus folgenden Staaten in Schleswig-Holstein aufgenommen werden: Afghanistan, Albanien, Armenien, britisch abhängige Gebiete in Europa, Dominica, Dominikanische Republik, Finnland, Irak, Iran, Japan, Jemen, Kosovo, Mazedonien, Panama, Russische Förderation, Samoa, Serbien, Syrien, Türkei und Uruguay. Neu seit Februar hinzugekommen sind Eritrea und Somalia. Außerdem ist Schleswig-Holstein zuständig für Staatenlose und Flüchtlinge, deren Herkunft unklar ist.

Aus welchen Ländern kommen die meisten Asylbewerber in SH?

Hauptherkunftsländer in den ersten sechs Monaten von 2015 waren Syrien (2580 Personen - 27,7 Prozent), Albanien (1488 Personen - 16 Prozent) und Kosovo (1018 Personen - 10,9 Prozent).

Wie lange bleiben die Flüchtlinge in der Erstaufnahme?

Nach Asylantragstellung müssen die Asylsuchenden bis zu drei Monate in der Erstaufnahmeeinrichtung wohnen. Hier haben sie eine Residenzpflicht. In den provisorischen Erstaufnahmeeinrichtungen empfiehlt das Innenministerium eine Verweildauer von sechs bis acht Wochen.

Wie werden Flüchtlinge in den Erstaufnahmen betreut?

Zum Betreuungsangebot gehören neben der Unterbringung und Verpflegung der Personen:

  • Beratung
  • Freizeitangebote wie z. B. Sportmöglichkeiten im Kraftraum, Deutschkurse, Frauenkaffee, Teestube, Handarbeitsangebote, Kinderkino
  • Kinderbetreuung
  • Betrieb einer Kleiderkammer
  • medizinische Betreuung

Schulpflichtige Kinder werden von Montag bis Freitag von Lehrern der angegliederten DaZ-Schulen unterrichtet.

Wie geht es mit den Flüchtlingen nach der Erstaufnahme weiter?

Die Flüchtlinge werden dauerhaft untergebracht. Die Kreise und kreisfreien Städte koordinieren die Weiterverteilung an die Gemeinden.

Die Kreise und kreisfreien Städte nehmen die Personen in Anwendung von § 7 Ausländer- und Aufnahmeverordnung (AuslAufnVO) nach folgendem Schlüssel auf:

Kreis Dithmarschen 4,9%
Kreis Herzogtum-Lauenburg 6,3%
Kreis Nordfriesland 5,8%
Kreis Ostholstein 7,2%
Kreis Pinneberg 10,4%
Kreis Plön 4,7%
Kreis Rendsburg-Eckernförde 9,6%
Kreis Schleswig-Flensburg 7,0%
Kreis Segeberg 8,9%
Kreis Steinburg 4,9%
Kreis Stormarn 7,7%
Stadt Flensburg 3,1%
Landeshauptstadt Kiel 8,7%
Hansestadt Lübeck 7,8%
Stadt Neumünster 3,0%
 
   
 
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