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dpa

Energiewende in Deutschland : Entwurf zur EEG-Novelle: Windbranche ist in mehreren Punkten enttäuscht

Mit einem neuen Gesetz soll der Ausbau der erneuerbaren Energien wiederbelebt werden. Aber der Branchenverband im Norden hat Kritikpunkte.


von
22. September 2020, 07:49 Uhr

Kiel | Der Bundesverband Windenergie (BWE) in Schleswig-Holstein sieht in der geplanten Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) Licht und Schatten. „Es sind ein paar gute Punkte drin, die uns zuversichtlich stimmen“, sagte BWE-SH-Chef Marcus Hrach.

Andere Punkte sieht der Verbandsvertreter nach eigener Aussage kritisch. Als die „beiden Extreme“ im EEG-Entwurf nennt er die Aufhebung der Netzausbaugebiete sowie eine Verschärfung der Regelungen zum negativen Strompreis. 

Weiterlesen: Drei Windräder wurden 2020 errichtet – in ganz Schleswig-Holstein

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Das Bundeskabinett will sich demnächst mit einem Referentenentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums befassen. Demnach soll das geltende EEG aus dem Jahre 2017 durch ein grundlegend novelliertes EEG ersetzt werden. Geplant ist nach Ministeriumsangaben, dass das Gesetz zum 1. Januar 2021 in Kraft tritt.

Knackpunkt Netzausbaugebiete

Aus schleswig-holsteinischer Sicht sei die Aufhebung des Netzausbaugebietes, das den Ausbau der Windenergie an Land in Norddeutschland gedeckelt hat, ein ganz wichtiger Punkt, sagte Hrach. Durch das Verschwinden dieser künstlichen Bremse werde eine wichtige Hürde für den weiteren Ausbau genommen, zumal in den vergangenen Jahren aufgrund fehlender Windkraft-Regionalpläne in Schleswig-Holstein sehr wenige neue Anlagen genehmigt und gebaut worden seien, sagte Hrach.

Am Dienstag vor einer Woche (15.9.) hatte die Landesregierung die neuen Pläne vorgelegt. Ziel ist nach Angaben der zuständigen Staatssekretärin Kristina Herbst, die Pläne noch vor Ablauf des Moratoriums am 31. Dezember unter Dach und Fach zu bringen. Seit mehr als fünf Jahren werden nur in Ausnahmefällen Anlagen genehmigt, so dass der Ausbau der Windenergie stark ins Stocken geriet.

Jetzt müssen mehrere verlorene Jahre aufgeholt werden, damit wir 2025 das landeseigene energiepolitische Ziel erreichen. Und ein Netzausbaugebiet hätte das definitiv verhindert.

Marcus Hrach

Kritikpunkte

Kritisch sieht der Branchenvertreter indes die geplanten Regelungen zum negativen Strompreis. Laut dem aktuellen EEG erhalte der Betreiber einer Windkraftanlage keine Vergütung für eingespeisten Strom, wenn die Strompreise an der Börse sechs Stunden lang negativ seien. Im neuen Entwurf seien es nur noch 15 Minuten negativer Strompreis. „Das macht die Planbarkeit für Projekte ungleich schwerer bis unmöglich.“

Hrach nannte die Verschärfung geradezu absurd. Laut BWE werden die negativen Preise stark durch konventionelle Stromerzeuger verursacht, weshalb der Verband eine Strafzahlung bei Einspeisung in Phasen negativer Preise fordert.

Weiterlesen: Windkraft-Ausbau in SH – Landesregierung beschließt neue Regionalpläne

Hrach spricht sich zudem für noch mehr Bürgerbeteiligung aus, als in der Novelle angedacht ist. So sei es grundsätzlich nicht verkehrt, die Standortkommunen finanziell an den Erträgen neuer Windenergieanlagen zu beteiligen, sagte Hrach. Aber dies könne höchstens eine Ergänzung zur Bürgerenergie sein und diese nicht ersetzen. Allerdings müssten auch die Anrainerkommunen beteiligt werden, um die Akzeptanz zu verbessern. Nach Ansicht des Verbandes braucht es zudem für Bürgerenergiegesellschaften Erleichterungen bei Ausschreibungen.

Weiterlesen: Warten auf den neuen Regionalplan – was passiert mit den alten Windkraftanlagen in SH?

von 22. September 2020, 07:49 Uhr

Kiel | Der Bundesverband Windenergie (BWE) in Schleswig-Holstein sieht in der geplanten Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) Licht und Schatten. „Es sind ein paar gute Punkte drin, die uns zuversichtlich stimmen“, sagte BWE-SH-Chef Marcus Hrach. Andere Punkte sieht der Verbandsvertreter nach eigener Aussage kritisch. Als die „beiden Extreme“ im E...

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Kommentare

  • 22.09.2020 | 12:17 Uhr
    Sönke Struck

    Dänisches Modell?

    Ich würde mir wünschen man übernehme das dänische Modell für die Einspeisevergütung. Den garantierten Strompreis gibt es für eine feste Betriebsstundenzahl oder Strommenge und der Netzbetreiber entscheidet, welcher Stromlieferant vom Netz genommen wird, wenn mehr Strom als geplant produziert wird.
    Es kann nicht sein, daß man mehr Strom als an der Börse verkauft worden ist produzieren kann und der Verbraucher muß diesen Schwachsinn noch bezahlen!

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