Nach der Regierungsübernahme im Mai : Energiewende: CDU in SH setzt auf Offshore-Windkraft

Windräder auf See statt an Land: CDU-Mann Günther will die Windplanung des Landes nach der Wahl ändern und das Tempo drosseln. Die Regierung wähnt er bei diesem Thema im Nachteil.

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04. Januar 2017, 06:56 Uhr

Kiel | Schleswig-Holsteins designierter CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther will bei der Energiewende den Ausbau von Offshore-Windkraft forcieren. „Darin liegt für Schleswig-Holstein eine viel größere Zukunft als im weiteren Ausbau der Windräder an Land“, sagte Günther. „Dort gibt es keine Bürgerproteste, die genutzte Technik ist umweltverträglich und rechnet sich mittlerweile auch betriebswirtschaftlich.“ Offshore-Anbieter seien wettbewerbsfähig mit Windkraft an Land. „Die CDU wird den Kurs bei der Windkraft-Planung nach der Regierungsübernahme im Mai 2017 definitiv ändern. Das ist für uns gesetzt“, sagte Günther. Das sei weder rückschrittlich noch behindere es die Energiewende.

Jüngst hatte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) neue Regionalpläne vorgestellt. Das Land plant demnach bis 2025 mit zehn Gigawatt Windkraft-Leistung an Land - auf zwei Prozent der Landesfläche. 500 zusätzliche Windräder sollen in den kommenden Jahren aufgestellt werden. Zwei Volksinitiativen sammeln Unterschriften für größere Mindestabstände zu Wohnhäusern und eine rechtliche Verankerung des Bürgerwillens.

Nach Ansicht von Günther hat die Regierung damit „richtig Leute gegen sich aufgebracht. Die Menschen verstehen nicht, weshalb bestehende und in den Gemeinden gewollte Windparks abgebaut werden und in anderen Gemeinden gegen den Bürgerwillen neue aufgebaut werden sollen“. Ein einzelnes Thema sei am 7. Mai zwar nicht wahlentscheidend, sagte Günther. „Aber bei der Windkraft hat die Regierung ein echtes Problem.“ „Ich glaube, das man Menschen immer noch begeistern kann für das Thema Energiewende“, sagte Günther. Die Masse der Menschen wolle zwar auch keine Rückkehr zur Atomkraft. „Kluge Bürger bezweifeln aber den Sinn, weitere Windräder aufzustellen, wenn wir den damit produzierten Strom gar nicht nutzen.“ Im Norden zahlten die Stromkunden 300 Millionen Euro im Jahr dafür, „dass sich das Windrad gar nicht dreht“.

Vor dem Aufstellen neuer Windräder an Land muss nach Ansicht des CDU-Landeschefs zwingend der notwendige Ausbau der Stromnetze erfolgen. „Wir sind deshalb zunächst für den qualitativen Ausbau, das heißt Nutzung Speicherung, Abtransport“, sagte Günther.

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