Kiel : Eltern und Lehrer demonstrieren für langes Abitur

Sie fordern, dass Gymnasiasten das Abitur wieder nach neun Jahren ablegen können. Foto: dpa
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Sie fordern, dass Gymnasiasten das Abitur wieder nach neun Jahren ablegen können. Foto: dpa

Mehrere hundert Eltern, Schüler und Lehrer haben am Sonnabend in Kiel dafür demonstriert, dass Gymnasiasten das Abitur wieder nach neun Jahren ablegen können.

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23. Januar 2011, 06:07 Uhr

Eisige Temperaturen konnten sie nicht aufhalten: Eltern, Schüler und Lehrer haben sich in Kiel für das Abitur nach der 13. Klasse eingesetzt. Sie kamen aus dem ganzen Land, um ihre Forderung mit Transparenten und Sprechchören zu untermauern. Die Polizei sprach von rund 300 Teilnehmern; das lag allerdings weit unter den Erwartungen der Organisatoren, die mit mehreren tausend Demonstranten gerechnet hatte.
Das Ziel der landesweiten Elterninitiative "G9-jetzt!" deckt sich mit dem Kern des umstrittenen Schulgesetzes, das die schwarz-gelbe Koalition an diesem Mittwoch im Landtag beschließen will. Danach sollen die rund 100 Gymnasien im Land künftig parallel zwei Stränge zum Abitur anbieten dürfen: Nach acht oder nach neun Jahren. Kritiker befürchten als Konsequenz aus dem Gesetz eine deutliche Schwächung der Gemeinschaftsschulen.
25.000 Unterschriften
Die Initiative "G9-jetzt!" sieht sich in ihrer Forderung nach der Möglichkeit des langen Abiturs gestützt von einer großen Mehrheit im Land. "In Umfragen haben sich teilweise bis zu 90 Prozent für etwas Anderes als G8 ausgesprochen", sagte Initiativensprecher Reinhold Günther. Um das Ziel zu erreichen, müsse das Schulgesetz durchkommen. "Ich würde mich freuen, wenn die Volksvertreter dem Votum der Bevölkerung zumindest nahekämen", sagte Günther. CDU und FDP haben im Landtag aber nur eine Stimme Mehrheit.
Gegen ständige Veränderungen am Schulsystem läuft im Norden die "Volksinitiative Schulfrieden". Gut 25.000 Menschen haben mit ihren Unterschriften die Forderung unterstützt, die jetzt vorgesehenen Änderungen am Schulgesetz auszusetzen. Bis Juli 2013 solle es einen verbindlich festgelegten "Schulfrieden" geben, weil Schüler, Lehrer und Eltern Verlässlichkeit bräuchten.
(dpa, shz)

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