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Kommentar zur Bildungspolitik : Ein Haufen Probleme

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Besoldung der Schulleiter ist noch eines der kleineren Probleme in Schleswig-Holsteins Bildungspolitik. Ein Kommentar von Peter Höver.

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2013 | 07:03 Uhr

Nein – aufregen lohnt nicht. Und Mitleid muss man auch nicht haben. Die Zahl der Schüler sinkt nun einmal. Seit 2006 tut sie das – kontinuierlich. Bis 2020 werden 50.000 Schüler weniger im Norden zur Schule gehen als heute. Natürlich bleibt dies nicht folgenlos für Lehrkräfte und deren Besoldung.

Schrumpft also die Schule, so schrumpft entweder auch das Gehalt des Schulleiters. Oder aber der Rektor muss an eine andere größere Schule versetzt werden. So ist das nun mal mit den im Grundgesetz verankerten „hergebrachten Grundsätzen“ des Berufsbeamtentums. So ist es fixiert im Landesbesoldungsgesetz.

Fraglos gibt es in der Bildungspolitik Schleswig-Holsteins aktuell drängendere Probleme; da feiert sich die Regierung etwa wegen der bundesweit höchsten Inklusionsrate behinderter Kinder. Ein Konzept aber gibt es nicht. Nicht einmal eine Lehrerbedarfsplanung besitzt das Bildungsministerium. Und aussagefähige Daten, wieviel Unterricht denn nun tatsächlich ausfällt an den Schulen des Landes – Fehlanzeige. Ach ja: Demnächst verabschiedet der Landtag das neue Schulgesetz. Ob die Reformen ausfinanziert sind, ob genügend Personal die Pläne der Küstenkoalition an den Schulen wird umsetzen können – das ist mindestens strittig.

Dabei könnte sich die künftige Besetzung von Schulleiterstellen bald schon als neues Riesenproblem stellen. Sonderlich attraktiv sind die Jobs nämlich längst nicht mehr. Seit Jahren muss das Bildungsministerium vakante Posten zuweilen wie Sauerbier anbieten. Ausschreibungen bleiben oft mehrfach ohne jede oder ohne qualifizierte Antwort. Schule ohne starke Leitung aber – das wird angesichts der auf dem Weg befindlichen Strukturveränderungen in der Schullandschaft nicht funktionieren können. Bildungsminister Waltraud Wende und ihre Küstenkoalition werden sich da noch einiges einfallen lassen müssen. Mit der Reform des Schulgesetzes allein ist es nicht getan.

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