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Wolfgang Kubicki : Dr. Stegners Leidenschaft & der Erfolg

vom

Wolfgang Kubicki ruft dazu auf, bei der Bundestagswahl am 22. September das Wahlrecht zu nutzen.

shz.de von
erstellt am 12.Aug.2013 | 09:13 Uhr

Mein Kollege und Mitstreiter Dr. Ralf Stegner hat in der vergangenen Woche einen für seine Verhältnisse versöhnlichen Ton angeschlagen. In politischen Fragen bin ich selten mit ihm überein, doch in der von ihm angesprochenen Frage trennt uns wenig: Derjenige, der mit Leidenschaft für seine politische Überzeugung streitet, tut dies zumeist auch ehrlich - weil er seine Meinung im Zweifel ohne Rücksicht auf (Wahl-)Verluste vertritt. Und in diesem Zusammenhang kann ich wirklich die Hand für meinen sozialdemokratischen Kollegen ins Feuer legen: Die historisch niedrigen Wahlergebnisse, die die SPD in Schleswig-Holstein unter seiner Führung eingefahren hat, zeigen nur allzu deutlich, mit wie viel Leidenschaft Herr Dr. Stegner für seine politische Überzeugung eingetreten sein muss.
Aber unabhängig von dieser Diskussion sollte es auch für leidenschaftliche Politiker vorrangig darum gehen, denjenigen politischen Weg fürs Land einzuschlagen, der unser Gemeinwesen bestmöglich nach vorne bringt. So weit gehen Dr. Stegner und ich noch konform. Aber wenn es darum geht, diesen Weg inhaltlich auszukleiden, reduziert sich der Vorrat an Gemeinsamkeiten zwischen ihm und mir doch merklich.
Man kann ja der Ansicht von Herrn Dr. Stegner sein, dass eine größere Umverteilung grundsätzlich zu mehr Gerechtigkeit führt und dass ein höherer Spitzensteuersatz für "die da oben" dem vielzitierten "Kleinen Mann" automatisch mehr Wohlstand bringt. Diese Auffassung teile ich allerdings nicht. Abgesehen davon, dass dann ja absolute Umverteilung auch die höchste Form der Gerechtigkeit darstellen müsste, gilt doch vielmehr Folgendes: Je mehr wir Leistung und Erfolg bestrafen, umso weniger Ertrag werden am Ende alle haben - eben auch der "Kleine Mann". Eine Politik, die auf wirtschaftliches Wachstum setzt, bringt dem Gemeinwesen nicht nur höhere Steuereinnahmen ein, sie bringt mittelfristig mehr Menschen in Lohn und Brot und reduziert die Abhängigkeit vieler von staatlichen Transferleistungen. Das beispiellose Wirtschaftswachstum, das die Bundesrepublik seit ihrer Gründung dorthin gebracht hat, wo sie jetzt steht, kam gerade auch dem "Kleinen Mann" zugute.
Ein Beispiel: Während sich im Jahre 1950 lediglich 1,4 Prozent der Westdeutschen den Luxus eines Autos leisten konnten, kam im Jahre 2013 rechnerisch auf 54 Prozent aller Bundesbürger ein Auto - entsprechende individuelle Mobilität inklusive. Das wirtschaftliche Wachstum - und nicht Umverteilung -, ist der Grund, warum diese Mobilität heute kein Luxus mehr für wenige ist.
Jede Wahl, ob auf kommunaler, Landes- oder Bundesebene, entscheidet auch über die persönliche Zukunft der Wählerinnen und Wähler. Deshalb kann ich Sie nur aufrufen, am 22. September Ihr Wahlrecht zu nutzen. Es ist in Ihrem eigenen Interesse.
Herzlichst
Wolfgang Kubicki

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