Landesverband : Doppelspitze für Anti-Euro-Partei in Schleswig-Holstein

Die beiden neu gewählten Sprecher der Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland (AfD): Jannis Andrae und Ulrike Trebesius. Foto: dpa
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Die beiden neu gewählten Sprecher der Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland (AfD): Jannis Andrae und Ulrike Trebesius. Foto: dpa

Die "Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland" (AfD) hat jetzt auch einen Landesverband in Schleswig-Holstein.

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29. April 2013, 09:49 Uhr

Brügge | In Schleswig-Holstein gibt es seit Samstag eine weitere politische Kraft. Auf einem Gründungsparteitag in Brügge (Kreis Rendsburg-Eckernförde) formierte sich der Landesverband der Anti-Euro-Partei "Alternative für Deutschland" (AfD). An deren Doppelspitze stehen im Norden die bisherigen Landeskoordinatoren Ulrike Trebesius und Jannis Andrae. An dem Gründungsparteitag nahmen 144 Mitglieder teil. Aktuell hat die AfD nach eigenen Angaben mehr als 600 Mitglieder in Schleswig-Holstein.

Der 29 Jahre alte Unternehmensberater Andrae aus Bargteheide (Kreis Stormarn) setzte sich in einer Kampfabstimmung um den Landesvorsitz gegen Holger Ruschke durch. Beide sind ehemalige CDU-Mitglieder. Für Ruschke stimmten 15 Mitglieder, Andrae erhielt 123 Stimmen. "Ich bin Anfang 2012 aus inhaltlichen Gründen aus der CDU ausgetreten", sagte Andrae. Der Vater von Zwillingen promoviert derzeit.

Gleich zwei Kampfabstimmungen

Die 43 Jahre alte Bauingenieurin Trebesius aus Horst (Kreis Steinburg) erhielt bei ihrer Wahl zur Landesvorsitzenden 129 Stimmen. Auch gegen die verheiratete Mutter einer Tochter trat Ex-CDU-Mitglied Ruschke erfolglos an. Für ihn stimmten 13 Mitglieder. Trebesius war zuvor in keiner anderen Partei aktiv.

Unterstützung bei ihrer Gründung in einem Landgasthof erhielten die AfD-Mitglieder im Norden vom Bundesvorsitzenden Bernd Lucke. "Wir haben gezeigt, dass wir alles andere als chaotisch sind", sagte er. Für die Bundestagswahl gebe es "glänzende Perspektiven". Seine Partei habe keine Berührungspunkte zum rechten Rand und sei auch nicht daran interessiert. Die AfD habe nicht nur aus dem bürgerlichen, sondern auch aus dem linken Lager Zulauf.

"Euro-Rettungspolitik der Bundesregierung gescheitert"

Die Partei hatte sich am 14. April in Berlin offiziell formiert. Sie will zur Bundestagswahl im September antreten. Landesverbände gibt es neben dem Norden bereits in Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Die eurokritische Partei fordert unter anderem eine "geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes" und schließt auch eine Rückkehr zur D-Mark nicht aus.

Trebesius und Lucke kritisierten die Euro-Rettungspolitik der Bundesregierung "Die Eurokrise setzt sich ungebrochen fort", sagte Lucke. In Slowenien sei das nächste Problem offensichtlich. "Frankreich ist ein Problemkandidat." Die Bundesregierung habe nach seinen Informationen deshalb bereits beim internationalen Währungsfonds signalisiert, bei einer möglichen Krise Frankreichs bereit zu sein für Euro-Bonds.

Trebesius sagte, "die Euro-Rettungspolitik der Bundesregierung kann als gescheitert bezeichnet werden". Über Alternativen zur Euro-Rettung müsse nicht nur nachgedacht, diese müssten auch ausgesprochen werden. Es sei seit Jahren überfällig gewesen, wieder über eine Rückkehr zur D-Mark zu sprechen. "Die Rettung des Euro hat mittlerweile religiöse Züge angenommen", sagte sie. Ihre Partei wolle wieder eine Streitkultur in die deutsche Politik zurückbringen.

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